Wenn Martin Loetzsch seinen Beruf nennt, blickt er oft in fragende Gesichter. Er ist Chief Data Officer beim Berliner Venture-Capitalist Project A.

Die Fragezeichen kann der studierte Informatiker, der im Bereich Künstliche Intelligenz promovierte, leicht klären. „Ich schaffe die technischen Voraussetzungen dafür, dass unsere Beteiligungen ihre Daten nutzen können, um Prozesse zu steuern und zu verbessern.

Zu Beginn werde dafür meist ein Data Warehouse, eine unternehmensweit zugängliche Datenbank eingeführt. Darin landen Daten aus allen relevanten operativen und externen Systemen. Diese ermöglichen jedem Mitarbeiter datengetriebene Entscheidungen.

„Letztendlich gleicht die Rolle der des Chief Technology Officers“, sagt Loetzsch, „mit einem Fokus auf die Entwicklung von Systemen zur Verarbeitung von Daten.“ Sein Alltag ähnelt daher dem eines Softwareentwicklers in leitender Position. Er entwickelt die Systeme mit, diskutiert Lösungen und kümmert sich um Systemadministration.

Er fühle sich verantwortlich für korrekte und konsistente Zahlen, sagt Martin Loetzsch, für zuverlässig laufende Systeme und einen nachhaltig wartbaren Programmcode. Zudem berät er die Business-Intelligence-Teams der Unternehmen, die Project A betreut. So investiert er viel Zeit in Recruiting und Training und steht als Berater zur Seite, wenn die Unternehmen bereits selbstständiger arbeiten.

Den Gründern steht Project A dabei nicht nur als Investor, sondern auch operativ zur Seite. Business Intelligence ist dabei neben Online-Marketing, IT und Vertrieb der Hauptanknüpfungspunkt für die Unternehmen, mit denen sie zusammenarbeiten.

Für Martin Loetzsch vereint der Beruf des Chief Data Officer den des Softwarearchitekten, der Systeme baut, mit dem des Wissenschaftlers, der geeignete Abstraktionen zur Analyse von Daten findet: „Meine Erfolgserlebnisse entstehen bei der Bewältigung komplexer technischer Probleme“, sagt er, „und wenn ich anderen Teams im Unternehmen helfen kann, ihre Arbeit besser zu machen.“