Der Austausch von Konzern-Mitarbeiterinnen und Gründerinnen wäre ein Erfolgsrezept, findet unsere Kolumnistin Tijen Onaran.

Mittwoch ist Kolumnentag bei WirtschaftsWoche Gründer: Heute schreibt Tijen Onaran. Sie ist Gründerin von startup affairs, einer PR und Public Affairs Beratung für Start-ups, Venture Capitals und Unternehmen. Mit Women in Digital e.V. vernetzt Onaran Entscheiderinnen der Digitalbranche und macht diese sichtbar.  Vor der Gründung von startup affairs war sie als Leiterin Kommunikation beim Onlinehandelsverband Händlerbund und in unterschiedlichen Funktionen für Bundestags-, Europaabgeordnete sowie das Bundespräsidialamt tätig.

Konzerne suchen den Austausch mit Start-ups. Hubs, Innovation Center, Inkubatoren – Start-ups und ihre Kultur sind begehrter denn je. Eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin zeigt, dass von 105 Unternehmen im Dax und MDax 47 eine „Corporate Venture Capital“- Einheit haben. „Start-up Koryphäen“ werden von Konzernen abgeworben und sollen diese innovativ aufstellen. Dabei fallen insbesondere Start-up Frauen immer mehr auf und zeigen welche Skills es braucht, um Führungspositionen zu bekommen – und vor allem auch zu halten. Doch was genau können Konzerne, insbesondere im Hinblick auf das Thema Frauen in Führungspositionen, von Start-up Frauen lernen?

Viele Start-up Frauen beherrschen die Klaviatur der Sichtbarkeit. Sie sind auf Events der Szene, stellen in Medien ihr Start-up vor und setzen sich für mehr Gründerinnen ein. Visitenkarten werden immer seltener ausgetauscht – man added sich auf Facebook, LinkedIn oder folgt sich gegenseitig auf Twitter. Überhaupt spielen die Social Media Kanäle eine immer größere Rolle, wenn es darum geht, für die eigenen Themen eine breite Öffentlichkeit zu erreichen.

Das Netzwerk als Erfolgsfaktor

Mit Beiträgen auf LinkendIn Pulse wird nicht nur der nationale Raum genutzt, es werden auch internationale Influencer angesprochen. Die Frauen der Start-up Szene wissen mit wenig Kapital das Beste an Aufmerksamkeit für das eigene Start-up zu generieren. Insbesondere Konzerne sollten hier ansetzen und ihren Führungsfrauen die Teilnahme an Panels, Events und Kongressen ermöglichen. Dazu gehört, dass sie sie noch aktiver als bisher mit den entscheidenden Skills, wie Rhetorik, Präsentation und Netzwerken ausstatten und ganz wichtig: ihnen die Freiheiten zu geben eigene Projekte zu gestalten.

Die Start-up Szene ist eine Familie. Jeder kennt jeden und Start-up Frauen untereinander sind sehr gut vernetzt. Ob es Kooperationen, Jobangebote oder Projekte sind: das Verständnis, dass ein gutes Netzwerk genauso wichtig wie die Gründungsidee an sich ist, ist ständiger Begleiter. Dabei geht es nicht immer darum, dass das Netzwerk aus der gleichen „peer-group“ bestehen muss, sondern gerade auch vielfältig ist. Start-ups brechen Hierarchien auf – die Agilität, sich auch auf Menschen einzulassen, die nicht einen durchgestylten Lebenslauf haben.