In Leipzig finden junge Unternehmer optimale Startbedingungen vor: Günstige Mieten, gut ausgebildete Leute und die Nähe zu anderen Großstädten in Mitteldeutschland.

Von Katharina-Luise Kittler

Riesige, leerstehende Fabrikhallen mit hohen Decken und großen Fenstern haben sich in moderne Großraumbüros verwandelt. Auf dem Gelände der alten Baumwollspinnerei in Leipzig ist das SpinLab entstanden, ein Accelerator-Programm der HHL Graduate School of Management, das seit Anfang Februar sechs Teams bei der Gründung ihrer Start-ups unterstützt. „Leipzig bietet das, was Berlin vor zehn Jahren hatte: Günstige Mieten, frische Ideen und viele junge Leute“, sagt Eric Weber, Geschäftsführer des SpinLab.

Eines der Teams ist Conbox, ein Startup, das sich der Verschmelzung von Fernsehen und Internet widmet. Christian Siehler arbeitet dort mit zwei ehemaligen Kommilitonen zusammen an TV-Anwendungen, die es dem Fernsehzuschauer ermöglichen direkt auf dem Bildschirm, Informationen zu einer Sendung über das Internet abzurufen. Beim Skispringen können so beispielsweise parallel die aktuellen Wetterbedingungen, die Biographie des Springers oder Infos zu früheren Wettkämpfen empfangen werden. Schaut der Nutzer gerade Nachrichten, dann kann die Anwendung spezifische Themen speichern und zusätzliche Nachrichten auf Tablet und Smartphone laden.

„Fernsehen und Internet sind zwei Basistechnologien, die wir zusammenbringen wollen“, sagt Christian Siehler. Der studierte Medienmanager erhofft sich viel von der Technologie, die Conbox konzipiert hat. „Die meisten Zuschauer konzentrieren sich nicht mehr nur auf das, was sie gerade im TV sehen. Parallel haben sie Smartphone oder Tablet in der Hand und das können wir nutzen.“