Erotikmagazine für Frauen können sich in Deutschland nur selten durchsetzen. Einen neuen Versuch unternehmen Janina Gatzky und Ute Gliwa mit “Separée”.

Von Julian Heck

Erotikmagazine für Frauen gibt es immer mal wieder, selten sind sie wirklich erfolgreich: Sie agieren in einer kleinen Nische, die wiederrum groß genug zu sein scheint, um wirtschaftlich funktionieren zu können. Das Thema Erotik für Frauen bewegt sich offenbar an einer Grenze. Potentiell dürfte es viele Leserinnen – und Leser – dafür geben, doch der Zahlungswille scheint nicht immer da zu sein.

Das Playboy-Gegenstück Playgirl zum Beispiel schaffte es zu keinem großen Erfolg. Die Bereitschaft prominenter Männer, sich dafür auszuziehen, war mittelfristig eher gering. In Deutschland wurde die Ausgabe schon im Jahr 2004 eingestellt. Ähnlich erging es dem Erotikmagazin Alley Cat – auch das konnte sich nicht dauerhaft etablieren.

Gegründet hat das Magazin für “Frauen, die mehr wollen” die Journalistin Ina Küper im Rahmen ihrer Mode-Ausbildung. Aus den jeweils 10.000 Exemplaren, die 2008 bis 2010 sechsmal erschienen, ist nichts Größeres geworden. Nachdem Burda 2010 mit einer Auflage von 150.000 Stück den ganz großen Wurf probieren wollte und das einstige Erotikmagazin auch wegen der Anzeigenstrategie um Mode- und Beauty-Seiten erweiterte, wurde Alley Cat eingestampft.

Gibt es also doch keinen Markt für anspruchsvolle Erotikmagazine für Frauen? Geht es nach der Übersetzerin Janina Gatzky und der Autorin Ute Gliwa, dann haben Erotikmagazine durchaus eine Chance. Im Sommer 2013 gründeten sie mit „Séparée“ ein neues unabhängiges Magazin in einem eigenen Verlag: „Janina hatte ein derartiges Magazin schon länger gefehlt. Ihr Partner hat früher ab und zu den Playboy gelesen, aber sie hat sich davon überhaupt nicht angesprochen oder abgeholt gefühlt,“ sagt Ute Gliwa. „Als wir vor anderthalb Jahren darüber redeten, schlug ich spontan vor, dass wir eben selbst ein Erotikmagazin für Frauen herausgeben sollten, wenn es kein anderer tut.“