Das Dresdener Start-up entwickelt Software, um Roboter für die Industrie einfacher zu trainieren. Investoren gehen mit einem Millionenbetrag zur Hand.

Um seine Software zur Programmierung von Industrierobotern weiterzuentwickeln, hat das Dresdener Start-up Wandelbots sechs Millionen Euro von Investoren erhalten. Das Geld stammt unter anderem vom Berliner Frühphaseninvestor Paua Ventures und dem schwedischen Risikokapitalgeber EQT Ventures.

Die Gründer verfolgen das Ziel, den Einsatz von Robotern in der Industrie zu vereinfachen: Mit ihrer Software sollen auch Laien in der Lage sein, neue Bewegungen zu programmieren – ohne komplexe Codes schreiben zu müssen. Das Prinzip: Mit Sensoren an der Brust und an den Armen gibt ein Mensch die Bewegung vor, der Roboter wiederholt sie und lernt dabei, Arbeitsschritte eigenständig zu erledigen. Zudem soll die Software dem Roboter helfen, aus mehreren Vorführungen den optimalen Bewegungsablauf zu entwickeln. Mit der Methode soll das Training nach Firmenangaben 20 Mal schneller und zehn Mal günstiger funktionieren.

Gründer erhöhen das Tempo

Wie Wandelbots stürzen sich derzeit mehrere Start-ups auf das Geschäftsfeld und machen den etablierten Herstellern Konkurrenz: etwa Yuanda Robotics mit Sitz in Hannover, Franka Emika aus München und Drag&Bot aus Stuttgart. Roboterhersteller wie Kuka aus Augsburg, inzwischen vom chinesischen Konzern Midea übernommen, Autozulieferer Dürr oder der Schweizer ABB-Konzern treiben den Einsatz von sogenannten kollaborativen Industrierobotern voran. Um Gefahren in der Zusammenarbeit mit Menschen zu reduzieren, werden sie darauf trainiert, besonders präzise und umsichtig zu agieren.

Mit dem frischen Kapital wollen die Gründer von Wandelbots das Team weiter aufstocken und international wachsen. Derzeit beschäftigt das Start-up 22 Mitarbeiter. „Die industrielle Nutzung unserer Technologie hat sich extrem schnell vollzogen“, lässt sich Geschäftsführer Christian Piechnick in einer Pressemitteilung zitieren. „Das betrifft nicht nur Europa. Wir sind aktuell dabei, unser erstes Büro in China zu eröffnen.“

Starke Partner aus der Industrie

Ende 2017 an der Technischen Universität Dresden gegründet, kooperiert das Start-up inzwischen mit Branchengrößen wie Chiphersteller Infineon und dem chinesischen Elektrogeräte-Hersteller Midea. Auch Autobauer Volkswagen erhofft sich von der Zusammenarbeit mit den Gründern einen großen Sprung bei der Automatisierung: „Um angesichts der rasanten Veränderungen in der Automobilindustrie wettbewerbsfähige Produkte anbieten zu können, brauchen wir mehr Kosteneinsparungen und mehr Geschwindigkeit in den Bereichen Produktion und Automatisierung von Fertigungsprozessen“, lässt sich Marco Weiß, Leiter Neue Mobilität und Innovationen bei Volkswagen Sachsen, zitieren.