Aus einem neuen Fonds sollen 300 Millionen Euro in europäische und israelische Tech-Unternehmen auf Wachstumskurs fließen.

Auch wenn zuletzt Rekordfinanzierungen wie bei N26 oder der Solarisbank gemeldet wurden: Geldgeber von sich zu überzeugen, ist für Gründer noch immer eine Herausforderung. Schon an Startkapital zu kommen, ist nicht leicht. Richtig schwierig wird es aber bei der Anschlussfinanzierung. Um ein Unternehmen bekannt zu machen und zu internationalisieren, sind größere Summen nötig – doch die Zahl der in Frage kommenden Investoren ist überschaubar.

Der international tätige Wagniskapitalgeber Eight Roads Ventures beansprucht für sich, diese Finanzierungslücke ein Stück weit zu schließen. Heute hat das Unternehmen, das zur Fondsgesellschaft Fidelity gehört, den Abschluss eines neuen Fonds mit einem Volumen von 305 Millionen Euro bekanntgegeben. Das Geld soll in schnell wachsende Technikunternehmen mit Fokus auf Verbraucherprodukte sowie den Finanz- und Gesundheitsmarkt fließen.

Nach Angaben von Michael Treksow, Partner bei Eight Roads, sieht der Investor insbesondere in Deutschland große Chancen. In den letzten Jahren seien hier viele Fonds entstanden, die in Frühphasen in Start-ups investieren. Darin wolle man anknüpfen: „Die Höhe der Finanzierung in der Wachstumsphase ist weniger umfangreich und das Know-how von Eight Roads kann das Ökosystem unterstützen.“

Finanzspritzen für 20 Unternehmen

Insgesamt will der Risikokapitalgeber mit seinem in London ansässigen Team 15 bis 20 Wachstumsunternehmen in Europa und Israel ins Visier nehmen. Diese können laut der Mitteilung bei einer Finanzierungsrunde mit Summen zwischen acht und 25 Millionen Euro rechnen. Gründer sollen zudem vom Know-how der Investoren profitieren – etwa wenn es um den Aufbau von Vertrieb und Marketing oder die Internationalisierung des Geschäfts geht.

Seit Einführung seines ersten europäischen Fonds im Jahr 2010 hat Eight Roads Ventures nach eigenen Angaben in mehr als 20 Unternehmen investiert, weltweit sind es über 200. In Deutschland war unter den Investitionen die Hamburger Spieleschmiede Innogames, an der seit Mai 2017 der schwedische Medienkonzern MTG die Mehrheitsanteile hält. Geld von Eight Roads Ventures hatte im September auch der Freeletics-Konkurrent 8fit bekommen.

Zu den jüngsten Investments in Großbritannien zählt eine Kapitalaufstockung bei Made.com. Die Möbelmarke aus London hat gestern bekannt gegeben, Zusagen für eine Eigenkapitalfinanzierung in Höhe von insgesamt 45 Millionen Euro erhalten zu haben. Das inzwischen 300 Mitarbeiter große Unternehmen will nun seine Präsenz in Europa verstärken.