Die Förderbank will sich künftig mit 200 Millionen Euro jährlich an Wagniskapitalfonds beteiligen – und bündelt bestehende Instrumente.

Die Förderbank KfW bringt ihre neue Beteiligungsgesellschaft für Investments in Start-ups an den Start. Von Mitte Oktober an soll sie Wachstumsfirmen gezielt mit Kapital für deren Expansion versorgen, teilte das Bundeswirtschaftsministerium heute in Berlin mit. Die Tochter KfW Capital soll bestehende Förderinstrumente der Bank für Gründer bündeln und Start-ups binnen zehn Jahren zwei Milliarden Euro bereitstellen. Das Projekt hatte die KfW im vergangenen Jahr angekündigt.

Die Förderbank investiert dabei über die Beteiligungstochter in Wagniskapitalfonds, die sich wiederum an Start-ups beteiligen oder ihnen Kredite geben. Bis 2020 soll das Fördervolumen auf 200 Millionen Euro pro Jahr steigen, wie die Bank mitteilte. Die KfW will dabei maximal 19,99 Prozent oder 25 Millionen Euro in einzelne deutsche oder europäische Fonds investieren. Die Bedingung: Mindestens die so eingebrachte Summe muss in deutsche Technologieunternehmen investiert werden.

Knappes Wachstumskapital

Die Bank will private Investoren wie Stiftungen oder Pensionsfonds ermuntern, ebenfalls mehr Geld in Wachstumsfirmen zu stecken. Zwar haben deutsche Start-ups zuletzt soviel Risikokapital eingesammelt wie nie zuvor. Oft beklagt wird aber, dass es an Mitteln für die frühe Wachstumsphase fehlt. Die KfW beziffert hier die Lücke auf 500 bis 600 Millionen Euro pro Jahr.

Die KfW fördert schon länger Start-ups, indem sie sich etwa am Hightech-Gründerfonds beteiligt, dem bundesweit größten Finanzierer für Wachstumsfirmen in der Frühphase. Seit 2015 hat sich die KfW eignenen Angaben zufolge mit 265 Millionen Euro an insgesamt 18 Wagniskapital-Fonds beteiligt. Vor zwei Jahren hat sie außerdem zusammen mit dem Bundeswirtschaftsministerium den Co-Investitionsfonds Coparion gestartet, der etwa am Stromverteiler-Start-up GridX und dem Versicherungsmanager Clark beteiligt ist. All diese Aktivitäten soll nun die neue Tochtergesellschaft, die 25 Mitarbeiter beschäftigt, koordinieren.

Mit Material von dpa.