Das bayerische Start-up sammelt 1,3 Millionen Euro ein. Die Geldgeber glauben an das Marktpotenzial der virtuellen Räume für Unternehmenskunden.

In der Realität getrennt, im virtuellen Raum zusammengefunden: Das will VR-On insbesondere Industriebetrieben und mittelständischen Unternehmen mit seiner Plattform für virtuelle Realität ermöglichen. Jetzt kann das Start-up mit Sitz in Herrsching bei München den erfolgreichen Abschluss einer Finanzierungsrunde verkünden: Die Bayerische Beteiligungsgesellschaft (BayBG), der Frühphasen-Investor Vito Ventures und die Unternehmner Andreas Perreiter und Carsten Erdt stecken insgesamt 1,3 Millionen in VR-On.

Technisch wollen die beiden Gründer Mathias Wochnig und Ralf Rabätje marktübliche Headsets mit ebenfalls existierenden Spiele-Plattformen verbinden. So sollen vergleichsweise günstig virtuelle Räume entstehen, in denen sich Mitarbeiter durch ein Zusatzprogramm zusammenschalten können. Screenshots und Notizen können in den VR-Sitzungen gespeichert und bei späteren virtuellen Treffen weiterbearbeitet werden.

Durch den Fokus auf Unternehmenskunden – insbesondere auf die Autobranche, Ingenieurbüros und Architekten zielen die Gründer – spielt nach Angaben von VR-On die Datensicherheit eine besondere Rolle: Ergebnisse und Inhalte der virtuellen Sitzungen sollen nur für den Ersteller sichtbar sein.

Wachsen auf einem breiten Markt

Das frische Geld will das Start-up dazu nutzen, um genau diese Kunden jenseits der Landesgrenzen zu finden. „Der Einstieg erfahrener institutioneller wie unternehmerischer Investoren ermöglicht es uns, unsere Technologie international zu vermarkten”, sagt Mitgründer Wochnig. Zusätzlich solle jedoch auch die Produktentwicklung noch einmal beschleunigt werden.

Rund um das Thema Virtuelle Realität versuchen sich zahlreiche deutsche Start-ups. Frühe Anwendungen entstanden dabei rund um die Gamingbranche. Auch denken Tech-Unternehmen wie 99Chairs darüber nach, virtuelle Realität als Tool in den Beratungsprozess zu integrieren. Nicht zuletzt gibt es einige Lösungen, die sich speziell an Geschäftskunden wenden und im B2B-Sektor mit Hardware, Software oder einer Kombination aus beidem punkten wollen.