Musikalisch Sprachen lernen: Vofy verknüpft Vokabel-Training mit Songs. Der Langenscheidt-Verlag steigt jetzt bei dem jungen Start-up ein.

Zur Vokabel „Frühstück“ läuft „Breakfast at Tiffany’s“: Die Anwendungen von Vofy präsentieren Schülern populäre Lieder, in denen die gesuchte Übersetzung vorkommt – so soll das Sprachenlernen vereinfacht werden. 20.000 Vokabeln können nach Angaben von Vofy bereits musikalisch unterstützt werden.

An diesem neuen Modell zeigt jetzt ein traditionsreiches Unternehmen Interesse: Der Langenscheidt-Verlag – nach eigenen Angaben „Wörterbuch-Verlag Nr.1“ – beteiligt sich an der Lernplattform. Aktuell befindet sich das 2016 gegründete Start-up Vofy in einer offenen und kostenlosen Beta-Phase – über die Preismodelle will das junge Unternehmen bald informieren. In diesem Bereich herrschte auch Stille bei der jetzigen Beteiligung: Über Höhe und Umfang gab es keine Informationen.

Erst im Juni hatte sich der traditionsreiche Langenscheidt-Verlag offiziell eine neue Struktur gegeben: Online-Wörterbücher, Sprachlern-Apps und auch der Webshop wurden in die eigenständige Tochtergesellschaft Langenscheidt Digital verschoben. So sollten die bestehenden Digitalprodukte dort verbessert werden. Das sollte aber nicht alles ein: „Auch werden neue Produkte und Geschäftsmodelle entstehen, die zur Marke Langenscheidt passen“, hatte Ivo Kuhnt, der sowohl den Verlag als auch die Digitaltochter als Geschäftsführer leitet, im Juni gesagt. Mit jungen Angreifern wie Babbel geraten die etablierten Verlage durchaus unter Druck.

Digitaler Sprachen lernen

Die Beteiligung an Vofy ist jetzt der erste Schritt in diese Richtung: „Die Idee, mit Musik Vokabeln zu lernen, ist extrem spannend und hervorragend zu unserer digitalen Strategie“, sagt Kuhnt. Mit dem neuen Produkt im Haus wolle man insbesondere Schüler besser ansprechen. Digitale Vokabelpakete von Langenscheidt könnten so in Zukunft aus dem Langenscheidt-Shop kommen.

Der Gründer von Vofy freut sich über die neue Zusammenarbeit: „Das ist der beste Start, den wir uns für Vofy vorstellen können“, sagt Marvin Scherschel. Der Namen des Start-ups steht für „The Voice of Vocabulary“. Entstanden ist die Idee in einem Jugend-forscht-Projekt in Mehlingen bei Kaiserslautern, weiterentwickelt wurde sie mit Unterstützung von Privatinvestoren und der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB).

Die Bank hatte sich beim Einstieg vor eineinhalb Jahren optimistisch zum Geschäftsmodell geäußert: „Insgesamt sehen wir ein international skalierbares Geschäftsmodell, dass sowohl für mögliche Contentanbieter wie Lehrbuchverlage als auch für Musikanbieter neue attraktive Nutzergruppen erreicht“, sagte Brigitte Herrmann, Bereichsleiterin Venture Capital der ISB.