Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche tritt heute der Gründer von Viselio, Niklas Zeller, an. Sein Start-up hilft Reisenden bei der Planung ihrer Trips. Wie urteilt Investor Christian Miele?

Eine halbe Minute mit Investor Christian Miele im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir erleichtern es, ein Reisevisa zu erhalten. Bei uns dauert ein Antrag im Schnitt nur sieben Minuten. Unsere Kunden müssen ein Formular vervollständigen, es ausdrucken, unterschreiben und losschicken.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir mussten vor einigen Jahren für mehrere Leute Visa nach Russland beantragen. In der  Warteschlange im Konsulat haben wir festgestellt, dass die Prozesse aus dem vergangenen Jahrhundert sind und sich für die digitale Welt nicht eignen.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir verdienen heute schon Geld, weil wir eine fixe Gebühr für das Einholen des Visums erhalten. Darüber hinaus bieten wir passende Dienste wie etwa Versicherungen an.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…dienstleistungsorientiert, präzise und effizient. Denn vom Visum hängt letztlich die Reise ab. Dabei ist unser Job oft ein Rennen gegen die Zeit. Wir haben jedenfalls immer das Reisedatum unserer Kunden im Kopf. Bis dahin müssen wir unbedingt liefern.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Unser Managementteam besteht zur Hälfte aus Männern und Frauen. Im Unternehmen sind die Frauen leicht in der Überzahl.

Was war euer größter Rückschlag?
Vor einiger Zeit haben wir für einen Kunden eine Speziallösung entwickelt, die er in seine eigene IT integrieren wollte – darin haben wir ohne Vertrag eingewilligt. Irgendwann ist der Verantwortliche dort ausgeschieden – und keiner wusste mehr von uns. So was passiert uns heute nicht mehr.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann steckt unser Dienst in den Buchungsprozessen auf allen großen Reiseplattformen. Das Einholen von Visa läuft quasi automatisiert über uns ab – und zwar in allen wichtigen Märkten der Welt.

Fakten zum Start-up

Kunden: Viele Tausend jedes Jahr
Förderung: Keine
Gründung: Dezember 2016 in Bern/Schweiz
Mitarbeiter: 33

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 4/5

„Den Antragsprozess für ein Visum zu digitalisieren finde ich sehr gut. Die Welt rückt näher zusammen. Erlebnisreisen wie Geschäftsreisen finden heutzutage globaler statt als jemals zuvor.“
Christian Miele, Partner beim Risikokapitalgeber Eventures in Berlin – und Kind der  Unternehmerfamilie Miele