Beide Start-ups sind auf Software für realistische 3D-Simulationen spezialisiert – und machen sich im Immobilienmarkt Konkurrenz.

Um Immobilien zu vermarkten, setzen Bauträger zunehmend nicht nur auf schnöde Skizzen und Baupläne. Kauf- und Mietinteressenten werden stattdessen zu virtuellen Führungen am Computer oder Smartphone eingeladen: Schon vor Baubeginn können die Kunden so einen Eindruck von dem Objekt bekommen – und auch die Umgebung erkunden.

Mit Inreal Technologies und Vuframe haben gerade zwei Start-ups, die sich in dem Feld tummeln, den Abschluss von Finanzierungsrunden bekannt gegeben. Einen „mittleren sechsstelligen Betrag“ hat Inreal Technologies aus Karlsruhe eingesammelt. Geldgeber sind Bitstone Capital – eine Ende 2017 gegründete VC-Tochter der Immobilien-Investmentfirma Art-Invest Real Estate – und Emilio Matthaei, Gründer des KI-Start-ups Leverton.

Vuframe aus Regensburg ist laut einer Pressemitteilung eine Finanzierung „im oberen sechsstelligen Bereich“ gelungen. Investoren hier sind der in Antdorf bei München ansässige Wagniskapitalgeber C23 Ventures und ein nicht namentlich genannter Business Angel. Vermittelt worden ist die Finanzierung über das Netzwerk BayStartUp.

Integrierter Online-Konfigurator 

Beide Start-ups sind auf Software spezialisiert, die es erleichtert, realistische 3D-Simulationen zu erstellen. Explizit an die Immobilienbranche richtet sich Inreal Technologies. Das 2011 gegründete Unternehmen mit aktuell 32 Mitarbeitern versteht sich dabei als Dienstleister, das im Auftrag von Projektentwicklern und Asset Managern aktiv wird. Ein Besonderheit: In den virtuellen Rundgängen sind auch Online-Konfiguratoren möglich, über die Kunden verschiedene Raumaufteilungen und Innenausstattungen erproben können.

„Wir sind fest davon überzeugt, dass virtuelle Begehungen in der Immobilienvermarktung in wenigen Jahren Standard sind. Dieses Potenzial wollen wir ausschöpfen und bis 2021 der weltweit führende Anbieter von Virtual Reality in der Immobilienbranche werden“, sagt Enrico Kürtös, Geschäftsführer des 2011 gegründeten Unternehmens. Geplant ist unter anderem eine Expansion in die USA.

Plattform für alle Endgeräte 

Einen anderen Ansatz verfolgt Vuframe. Die Regensburger zielen mit ihrem  „Content Mangement System für interaktive Produktdarstellungen in 3D“ prinzipiell auf alle Unternehmen. Im Mittelpunkt steht eine Online-Plattform, über die Kunden Simulationen selbständig für unterschiedliche Betriebssysteme und Endgeräte aufzubereiten können – unterstützt werden dabei auch Headsets für Virtual Reality (VR) oder Augmented Reality (AR).

Dennoch gibt es Überschneidungen zu Inreal Technologies. Denn: Vor allem Projektentwickler von Wohn- und Gewerbeimmobilien nutzen die Software. Entsprechend will das 2015 gegründete Unternehmen seine Kundenbasis in dem Sektor besonders stark ausbauen. Großes Wachstumspotenzial sieht Vuframe-Gründer Andreas Zeitler außerdem im produzierenden Mittelstand.