Viele Start-ups scheitern an der Verwandlung zum erwachsenen Unternehmen. Wie können sie den Kokon-Effekt vermeiden?

Es dauert eine Weile, bis aus einer Raupe ein majestätischer Schmetterling wird, der sich vollkommen entfalten kann. Ähnlich verhält es sich bei Start-ups: Auch sie machen häufig eine Verwandlung durch. Sie beginnen als junges Unternehmen, oft ohne feste Strukturen. Doch wenn das Geschäft gut läuft, dann wächst die Belegschaft – und damit der Bedarf, wie ein Unternehmen zu funktionieren. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Die US-Autorin Juliette Powell nennt das den Chrysalis Effect, was frei übersetzt so viel heißt wie “Kokon-Effekt”. Dieser trifft insbesondere schnell wachsende Start-ups: Je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen einstellt, desto weniger funktioniert ein informeller, weniger reglementierter Managementstil.

Das Start-up muss sich also anpassen, ähnlich wie ein Schmetterling in der Metamorphose. Nur dann kann es überleben. Aber genau an dieser Transformation scheitern viele Jungunternehmer.

4 Tipps für die Verwandlung

  1. Führung definieren: Der Gründer muss aus der Rolle als reiner Entwickler herauswachsen – und akzeptieren, dass künftig vor allem seine Entschlossenheit gefragt ist
  2. Talente finden: Es reicht nicht, einfach die besten Mitarbeiter einzustellen. Sie müssen vor allem zur Unternehmenskultur passen.
  3. Netzwerker identifizieren: Welche Angestellten haben in den verschiedenen Bereichen den meisten Einfluss und den besten Ruf? Die Führungsebene sollte sie regelmäßig an einen Tisch bringen – um den Gründergeist zu bewahren.
  4. Vorbilder suchen: In Großkonzernen ist nicht alles schlecht, womöglich gibt es auch in Traditionsunternehmen Herangehensweisen und Managementmethoden, von denen Start-ups profitieren können. Motto: Bürokratie vermeiden, aber an Reife gewinnen.

Auch Google oder Facebook mussten lernen, gewisse Strukturen zu schaffen und klare Aufgaben  für die Gründer definieren – mit Erfolg.