Markt für Smart Home im Visier: Mit einer Beteiligung beim Berliner Start-up Tink will sich Vattenfall einen neuen Webshop aufbauen.

Vattenfall modernisiert seinen Online-Shop und holt sich dafür Hilfe vom Berliner Start-up Tink. Der Energieversorger steigt über eine Beteiligung in Höhe von zehn Prozent bei dem Marktplatz für Smart-Home-Produkte ein, bestätigte das Start-up WirtschaftsWoche Gründer.

Tink agiert als Vergleichsportal für Markenprodukte rund um das Thema Connected Home, beispielsweise Bluetooth-Lautsprecher oder internetfähige Überwachungskameras. Künftig bietet Vattenfall die gesamte Tink-Produktpalette auf der eigenen Internetseite an. Mit der neuen Kooperation ersetzt Vattenfall seinen alten Webshop-Betreiber, den Elektronikhändler Conrad. Geplant ist der Start des neuen Shops für kommende Woche.

Vattenfall reiht sich unter namhaften Investoren ein: ProSiebenSat.1 und Rocket Internet sind ebenfalls an Tink beteiligt. Der Einstieg des Energieversorgers erfolgte im Rahmen einer Series A-Finanzierungsrunde. Seit August vergangenen Jahres ist die Internetseite online. Das Berliner Start-up wurde erst 2016 gegründet, von Marius Lissautzki und Julian Hueck. Die beiden Gründer verfolgen die Vision, Connected Home massentauglich zu machen. Die Idee hinter dem Marktplatz ist, eine Kombination aus einfachen, bezahlbaren Produkten und die nötige Beratung anzubieten.

Vattenfall lockt mit Rabatten

Diese Faktoren hätten bei Vattenfall zur Entscheidung geführt, in Tink zu investieren, sagte eine Unternehmenssprecherin auf Anfrage. Der Energieversorger erhält mit der Minderheitsbeteiligung die Möglichkeit, die eigenen Kunden stärker an sich zu binden – durch ein größeres Angebot an Smart-Home-Lösungen mit zusätzlicher Beratung. Außerdem soll es Rabattaktionen geben. „Genauso wichtig ist aber auch, dass die Produkte ohne größere Spezialkenntnisse unkompliziert von Kunden einzurichten sind“, wird Rainer Wittenberg, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Sales GmbH in einer Pressemitteilung zitiert.

Auch für das Start-up öffnet sich mit der Kooperation eine wichtige Tür: „Für Tink ist es eine vielversprechende Chance, die große Anzahl der Vattenfall Kunden für smarte Produkte zu begeistern“, erklärt Gründer Marius Lissautzki. Der Berliner Marktplatz will nun nach eigenen Angaben auch verstärkt international tätig werden, in Österreich ist die Plattform bereits vertreten. Die nächsten Ziele seien weitere europäische Länder sowie die USA.