Das Berliner Start-up Vantik will sich mit einer Altersvorsorge für Berufseinsteiger und Freiberufler etablieren. Als Starthilfe haben sich die Gründer 850.000 Euro gesichert.

Gut versorgt für den Start: Mit einer digitalen Altersvorsorge hat Vantik im Rahmen einer Pre-Seed-Finanzierung 850.000 Euro eingeworben. Das Geld stammt vom Berliner Frühphaseninvestor Atlantic Labs sowie dem Londoner Fonds Seedcamp. Unter den Kapitalgebern ist auch der Mitgründer des Fintech-Start-ups N26, Maximilian Tayenthal. Beteiligt sind zudem laut Pressemitteilung weitere Privatinvestoren aus Deutschland, Großbritannien und den USA, die jedoch nicht namentlich genannt werden.

Das Start-up mit Sitz in Berlin richtet sich speziell an Berufseinsteiger und Freiberufler. Ziel der Vantik-Gründer Lara Hämmerle und Til Klein ist es, eine vollständig digitale Altersvorsorge aufzubauen. „Aus Sicht meiner Generation sind bisherige Altersvorsorgeprodukte einfach lebensfremd“, lässt sich die 26-jährige Mitgründerin und Produktentwicklerin in einer Mitteilung zitieren. „Wir wollen eine Altersvorsorge, die endlich verständlich ist und sich jederzeit flexible an die jeweilige Lebenssituation anpasst.“ Die Gründer versprechen im Gegensatz zu klassischen Lebensversicherungen mehr Flexibilität, eine einfachere Anpassung der Beiträge sowie bessere Renditen aufgrund niedrigerer Kosten. Bislang agierte die Firma mit acht Mitarbeitern unter dem Namen Brix.

Sprung auf den deutschen Markt

Mit dem frischen Kapital will das Start-up den Markt für private Altersvorsorge in Europa aufmischen, zunächst steht allerdings der Start in Deutschland an – geplant noch im zweiten Quartal 2018. Derzeit laufen Tests in der Betaphase. Dafür kooperiert Vantik unter anderem mit der Fondsgesellschaft Axxion, der Berenberg Bank sowie dem Anlageberater Faros. Das vor einem Jahr gegründete Unternehmen will nun die Technologie hinter seiner Plattform weiterentwickeln und mit neuen Teammitgliedern wachsen.

Die Investoren sind überzeugt, genau den richtigen Zeitpunkt für ihr Engagement getroffen zu haben: „Der Altersvorsorgemarkt ist bereit für disruptive Geschäftsmodelle“, so Atlantic-Labs-Partner Marc-Olivier Lücke. Der Frühphaseninvestor interessiert sich insbesondere für B2C-Start-ups und hat beispielsweise bereits Geld in den zuletzt kriselnden Musikstreamingdienst Soundcloud gesteckt.

Branche nimmt Fahrt auf

Mit Vantik finanziert die Gesellschaft eine junge Firma, die sich zu den Insurtechs zählt, also zu technologiebasierten Versicherungs- und Finanzfirmen. Die Branche ist in Bewegung: Erst im Februar hat das Start-up Gabi eine Finanzierungsrunde in Höhe von 9,5 Millionen Dollar abgeschlossen. Und Wefox konnte sogar einen prominenten Investor überzeugen: Hollywood-Schauspieler Ashton Kutcher.