Das Berliner Start-up Emmy verleiht seit 2015 Elektroroller in der Hauptstadt. Nun will Gründer Valerian Seither auch in andere Städte expandieren.

Von Christian Schlesiger

Wer in Berlin wohnt, braucht kein Auto mehr. Dass das so ist, dafür sorgt auch das Berliner Start-up Emmy. Für 19 Cent pro Minute können sich Nutzer einen Elektroroller ausleihen. Damit ist Emmy Teil einer städtemobilen Revolution, die laut Gründer Valerian Seither bald in zwei weiteren deutschen Städten fortgesetzt wird. Und das Geschäftsmodell funktioniert.

Herr Seither, Sie sind 2015 mit dem Scooter-Sharing in Berlin an den Start gegangen. Ihre Kunden können sich für 19 Cent pro Minute einen Elektroroller ausleihen. Funktioniert das Carsharing auf zwei Rädern auch wirtschaftlich?
Ja, unser Geschäftsmodell funktioniert. Ende 2015 hatten wir rund 5500 Kunden, ein Jahr später waren es mehr als 15.000. Die Nachfrage zeigt, dass unser Produkt im Markt wirklich gut ankommt. Unsere 150 Roller wurden insgesamt schon 750.000 Kilometer weit gefahren. Damit liegen wir voll im Plan.

Erstmals konnten die Berliner die Roller auch im Winter ausleihen. Mögen die Hauptstädter die Kälte?
Die Nachfrage ging natürlich ab November 2016 deutlich zurück. Aber ein harter Kern von Nutzern hat die Roller auch im Winter weiter gefahren. Wir mussten die Roller nur zwei Wochen lang komplett aus der App nehmen, weil die Witterung einen Betrieb nicht erlaubt hat.

Ist denn ein Winterbetrieb wirtschaftlich darstellbar?
Wir haben gar nicht erst versucht, die Roller so zu positionieren, um die Auslastung zu optimieren. Dafür war die Nachfrage insgesamt zu gering. Aber es ist schon sinnvoll, dass wir die Roller auch im Winter draußen stehen lassen. Denn wir haben ja auch ohne den Roller-Betrieb Kosten wie Kapitalkosten und Miete für Räume, in denen wir die Roller unterstellen würden. Der Winterbetrieb hat uns Einnahmen beschert. Trotzdem konnten wir die Roller warten und für die Hauptsaison reparieren.

Bislang hießen Sie eMio, jetzt plötzlich Emmy. Warum die Umbenennung?
Das hat markenrechtliche Gründe. Der Name Emio wurde uns leider streitig gemacht. Das ist zwar ärgerlich, aber wir mögen den neuen Namen Emmy. Und er steht für Aufbruch. Denn wir werden in diesem Jahr richtig wachsen.