Das Start-up Usersnap hat eine Software entwickelt, um Fehler auf Internetseiten zu dokumentieren. Zu den Kunden gehören Facebook und Microsoft.

Die meisten jungen Unternehmen wollen erst mal den Heimatmarkt erobern, das österreichische Start-up Usersnap expandierte schon kurz nach der Gründung in die USA. Das hat sich gelohnt: Inzwischen hat das Unternehmen etwa 1000 Geschäftskunden, darunter Microsoft, Facebook und Google. Der Service funktioniert denkbar einfach. Die Kunden zahlen eine monatliche Gebühr ab 69 Euro, dafür können sie eine spezielle Software nutzen. Das Start-up hat ein Programm entwickelt, mit dem Kollegen und Kunden virtuell und visuell miteinander kommunizieren können.

Ein Beispiel: Mal angenommen, eine neue Internetseite enthält Fehler. Früher wurden nun E-Mails hin- und hergeschickt, in denen das Problem beschrieben und eine Lösung gesucht wurde. Mit der speziellen Software können die Kunden Fehler direkt auf der Internetseite dokumentieren, Änderungswünsche notieren und mit Pfeilen oder Kreisen markieren. Genauso nutzen den Dienst auch Mitarbeiter, wenn sie sich gegenseitig Feedback geben und ein Projekt voranbringen wollen. Je nach gebuchtem Paket stellt Usersnap persönliche Berater zur Verfügung.

Hörbare Kritik

Der Service funktioniert in allen gängigen Internetbrowsern, sowohl auf mobilen Smartphones als auch auf stationären Rechnern. Vor allem die mobilen Funktionen will Usersnap ausbauen. Künftig können Kunden dann womöglich Audiodateien hinterlassen anstelle eines Textes.

Florian Dorfbauer und Josef Trauner gründeten ihr Start-up im Jahr 2013. Schon vorher hatten sie ein Unternehmen im Onlinebereich. Die Idee für ihr neues Projekt kam ihnen, als sie Anwendungen für das Internet entwickelten und Kommunikationsschwierigkeiten hatten. Auf eigenes Marketing verzichtet das Duo bislang weitgehend. Die Unternehmen seien durch Gastbeiträge in Blogs auf sie aufmerksam geworden, sagt Trauner.

Das Start-up konnte einen sechsstelligen Betrag von einem Risikokapitalgeber aus Wien und von vier Business Angels einsammeln. Anfang des Jahres ist Usersnap auch in Deutschland gestartet, demnächst steht die Expansion in spanischsprachige Märkte und den asiatischen Raum an.

Steckbrief

Usersnap
Gründer Florian Dorfbauer und Josef Trauner
Gründung 2013
Mitarbeiter 14
Kunden 1000 Unternehmen, etwa Microsoft und Facebook, 25 000 private Nutzer
Finanzierung sechsstellige Summe von Business Angels