20 junge deutsche Technologie-Unternehmen erhalten Hilfe bei ihrem Einstieg in den US-Markt. Die Start-ups bringen ausgefeilte Geschäftsmodelle und Ideen mit.

Der German Accelerator Tech, der vom Bund gefördert wird, hat erneut 20 deutsche Start-ups in sein Mentoringprogramm aufgenommen. Drei bis neun Monate haben die ausgewählten Gründer Zeit, vor Ort in New York, San Francisco und im Silicon Valley Kontakte zu knüpfen, ihr Know-how zu erweitern und Erfahrungen zu sammeln. Zur Seite stehen ihnen dabei 150 Mentoren.

Die in der Vergangenheit teilnehmenden Unternehmen haben bisher 150 Millionen US-Dollar Funding nach Programmabschluss akquirieren können. 92 Prozent der Start-ups, die vom German Accelerator Tech angeschoben wurden, sind noch im Markt. Diese Fünf-Jahres-Bilanz beeindruckte auch Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries: Sie freue sich, dass die Jungunternehmen letztlich durch die Unterstützung des German Accelerator Arbeitsplätze in Deutschland schaffen und dass Deutschland als Innovationsstandort gestärkt werde. Ein bei der Verkündung der Programm-Teilnehmer anwesender Venture Capitalist war nach der Auswahl der Start-ups neugierig auf deren Zukunft: „Viele hatte ich noch nicht auf dem Radar.“

Wir stellen die Start-ups vor, die zu den Gewinnern des German Accelerator Tech gehören. Sie werden in New York oder den Standorten des Accelerators an der US-Westküste aktiv sein.

Acellere

Das Start-up konzentriert sich auf die Optimierung von Software-Systemen und ist für Kunden aus zahlreichen Industrien – von der Automobilbranche bis zu Versicherungen – tätig. Die beiden Gründer Vishal Rai und Sudarshan Bhide arbeiten nach eigener Angabe bereits seit 16 Jahren zusammen. Acellere hat seinen Hauptsitz in Frankfurt und eine Niederlassung in Indien.

Adsquare

Der Hauptsitz in Berlin, Büros in London, Paris und New York. Adsquare ist bereits international aufgestellt. Das Start-up um CEO Sebastian Doerfel will die Internationalisierung konsequent vorantreiben. Das Unternehmen arbeitet daran, mobile Nutzer gezielt mit passender Werbung zu erreichen.

Contentserv

Das Start-up mit Hauptsitz in der Schweiz bietet Plattformen für die Marketingkommunikation an und will Unternehmen so helfen, die Erlebnisse für ihre Kunden zu verbessern. Nach eigenen Angaben nutzen 300.000 Kunden aus 89 Ländern die Produkte von Contentserv. Seit 1999 ist man bereits am Markt unterwegs.

Crossengage

Die Berliner setzt auf Marketing-Plattformen für B2B-Kunden – mehrere Kanäle sollen über die Software “orchestriert” werden können, beschrieben es die Gründer. Zu den Investoren von Crossengage gehört unter anderem Project A.

Hornetsecurity

Sicherheit aus der Cloud – daran arbeiten mittlerweile 70 Mitarbeiter. Hornetsecurity hat seinen Hauptsitz in Hannover und bietet von dort aus seine Software-Lösungen an. Im Fokus stehen insbesondere rechtskonforme und abgesicherte Anwendungen für E-Mail, Internet und Datentransfer.

MovingImage

Die Berliner arbeiten an einer hochgesicherten Videoplattform, die in Unternehmen zum Einsatz kommen soll. Auf den Ausflug in die USA freut sich Movingimage bereits: „Da wir eine äußerst ehrgeizige Internationalisierungsstrategie verfolgen, konnte uns gar nichts besseres passieren“, sagt Rainer Zugehör, Gründer und CEO von Movingimage. „Die USA sind der Schlüsselmarkt für unsere Globalisierung.“

Spectrm

Mit Chat-Bots für Medienunternehmen konnten sich die Berliner schon einige renommierte Kunden sichern – darunter Bild, t3n oder den amerikanischen Business Insider. Auf dem US-Markt ist das Unternehmen schon länger unterwegs: „Wir testen mit US-Partnern einige anspruchsvolle Sachen“, sagte Spectrm-Gründer Max Koziolek im vergangenen Jahr.

SpeechAgain

Künstliche Intelligenz für die Sprachtherapie: Daran arbeitet das Start-up SpeechAgain. Die Berliner sind besonder stolz auf ihr interdisziplinäres Management-Team, zu dem nicht nur Experten für Strategie, Produktentwicklung, Marketing, gehören – sondern auch fürs Stottern.

360Dialog

Deutsche Telekom, Gelbe Seiten, Rossmann und Eventim – die Kundenliste von 360Dialog liest sich bereits prominent. Das Start-up mit Sitz in Berlin bietet Marketing-Technologie an, die insbesondere über mobile Endgeräte ihre Wirkung erzielen soll.

Cleverciti Systems

Ein Sensor des Start-ups kann bis zu 100 Parkplätze überblicken – und die dazugehörige Software gibt die entsprechenden Informationen dann an die Nutzer weiter. Mit diesem Paket will Cleverciti Systems von München aus dazu beitragen, die Parkplatzproblematik in Städten zu verbessern.

Datapath.io

Ein großer Vorsatz: Das Internet von morgen wolle man bauen, heißt es auf der Website von Datapath. Dafür arbeitet das 2015 gegründete Start-up an einer Infrastruktur für das Netz. Die Idee konnten die Gründer bereits im Accelerator-Programm von Techstars in Berlin testen.

DyeMansion

Das Start-up setzt auf den Boom des 3D-Drucks. Individuell gefertigte Bauteile will das Unternehmen weiter verarbeiten und veredeln. Eine erste vollautomatisierte Färbeanlage von DyeMansion ging im vergangenen Jahr in den Verkauf.

Ferroelectric Memory

Von Dresden aus forschen die Gründer an neuen Materialien, die in Zukunft die IT beschleunigen könnten. Im Fokus steht vor allem, die Leitfähigkeit zu erhöhen. So will FerroelectricMemory einen wichtigen Beitrag dazu leisten, damit ein stetig steigender Datenverkehr gemeistert werden kann.

GreenPocket

Das Kölner Start-up arbeitet an Smart-Meter-Lösungen. Die sollen Energieversorgern dabei helfen, mehr über den Verbrauch ihrer Kunden zu erfahren. Gleichzeitig erhöhen Eigentümer über GreenPocket die Transparenz über ihren Energieeinsatz.

Loodse

Mehr Tempo für Entwickler: Das ist das Ziel von Loodse. Die Hamburger arbeiten an Software-Infrastruktur-Lösungen, die den flexiblen Einsatz von verschiedenen Entwicklungsumgebungen ermöglichen sollen.

Perdoo

Das Start-up zielt auf die Personalabteilungen großer Unternehmen: Die Softwarelösung von Perdoo hilft Mitarbeitern und Vorgesetzten dabei, Zielvereinbarungen zu formulieren und zu überwachen. Das Unternehmen aus Berlin setzt dabei auf eine Methodik, die Google bekannt gemacht hat.

Re’flekt

Virtuelle Realität für die Industrie 4.0 – damit will das Münchener Start-up punkten. Dafür setzt Re-flekt auf moderne Technologie, unter anderem die Datenbrille Hololens von Microsoft.

Terraloupe

Das Münchener Start-up will mit Künstlicher Intelligenz aus normalen Luftbildern hochauflösendes Kartenmaterial generieren. Das soll in Zukunft auch autonomen Fahrzeugen beim Navigieren helfen. Vor wenigen Wochen schloss Terraloupe eine siebenstellige Finanzierungsrunde ab.

Ubimax

Die Gründer helfen Unternehmen dabei, Wearable Computing – wie etwa Datenbrillen oder neue Formen von Produktscannern – in den Arbeitsalltag zu integrieren. Im Fokus von Ubimax steht dabei besonders die Logistikbranche, in der viele Prozesse aktuell immer noch manuell ausgeführt werden.

Understand.ai

Die Software von Understand.ai analysiert Fotos mithilfe von Künstlicher Intelligenz. Als Anwendungsfelder sehen die Gründer aus Karlsruhe unter anderem das autonome Fahren, die Drohnennavigation oder auch die Medizin.