Ein hohes Investment stärkt die Plattform für Sportangebote erneut. Jetzt will sich Start-up schneller in andere europäische Ländern vorarbeiten.

Die finanzielle Kondition stimmt: Das Start-up Urban Sports Club, das die Nutzung von vielen Sportangeboten über verschiedene Abos möglich macht, hat Risikokapital in zweistelliger Millionenhöhe eingeworben. Die nicht weiter spezifizierte Summe soll in erster Linie dazu dienen, sich auf dem europäischen Markt vorzuarbeiten.

Dort sieht sich Urban Sports Club bereits heute mit Angeboten in 30 Städten in Deutschland, Italien und Frankreich als Marktführer. Insbesondere in Frankreich soll die Expansion nun besonders schnell vorangehen: Neben Paris und Lyon sollen dort nun weitere Städte und Partner hinzukommen. „Sport ist unsere DNA, deshalb bewegen wir uns schnell“, zieht Mitgründer Moritz Kreppel als Vergleich heran.

Als Partner für diesen Sprint bringt sich der neue Geldgeber Partech ein, der die aktuelle Finanzierungsrunde anführt. Der amerikanische Risikokapitalgeber investiert nach eigenen Angaben erstmals aus seinem etwa 400 Millionen Euro schweren Growth Fund in ein deutsches Start-up.

Aus anderen Töpfen ist der Investor bereit an deutschen Start-ups wie dem Uhren-Marktplatz Chronext oder dem Solaranlagen-Vermittler Zolar beteiligt. Insbesondere das französische Büro des Geldgebers wolle aber nun sowohl beim Ausbau des lokalen Teams als auch beim Kontakt zu französischen Unternehmen helfen, heißt es auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer.

Expansion durch Übernahmen

Das 2012 gegründete Urban Sports Club hat mittlerweile nämlich auch das Geschäft mit Firmen entdeckt: Unternehmen wie Coca-Cola oder Hellofresh ermöglichen ihren Mitarbeitern vergünstigte Sportabos und tun so etwas für die Gesundheit ihrer Belegschaft – und die eigenen Arbeitgebermarke.

Im Zentrum steht jedoch weiter das Angebot für Privatnutzer: Die schließen ein Abo mit dem Urban Sports Club ab und können dann aus einer breiten Auswahl von Sportstudios, Vereinen oder Fitnessclubs auswählen, die mit dem Start-up kooperieren.

In Städten wie Berlin stehen die Stecknadeln auf der Sport-Landkarte dabei schon dicht an dicht, in einigeren anderen deutschen Städten sieht es da noch dürftiger aus. Auf der Homepage wirbt Urban Sports Club um weitere Sportanbieter mit dem Motto „Miteinander statt gegeneinander”.

Das junge Unternehmen arbeitete einige Jahre ohne externe Finanzierung, holte dann jedoch auch Geldgeber mit an Bord – die letzte Finanzierung in Millionenhöhe wurde im Frühjahr letzten Jahres öffentlich. Das Geld nutzte das Start-up auch, um Mitbewerber wie Fitrate oder 99 Gyms zu übernehmen.