Zwei Niederländer haben ein Verfahren entwickelt mit dem sie aus alter Keramik und kaputtem Glas wiederverwertbares Material schaffen.

Wenn es ein Produkt in das Smithsonian Magazin, die Hauszeitschrift der gleichnamigen amerikanischen Forschungs- und Bildungseinrichtung, schafft, kommt das einem Ritterschlag gleich.

Wenn es sich dabei noch um das Produkt eines Start-ups handelt, dann können die Gründer wohl zurecht die Hoffnung hegen, dass ihre Idee durch den Artikel weltbekannt werden dürfte.

Genau das ist dem 2013 gegründeten niederländischen Start-up Stone Cycling passiert, deren Gründer Tom van Soest und Ward Massa es sich zur Aufgabe gemacht haben aus Müll, beispielsweise aus Keramik, Glas und altem Isoliermaterial wiederverwertbares Material zu schaffen.

Entstanden ist die Idee während von Soests Studienzeit an der Design Akademie in Eindhoven. Als Folge der Wirtschaftskrise wurden in den Niederlanden viele alte Gebäude abgerissen, deren Besitzer kein Geld in die Instandhaltung steckten wollten – oder konnten. Der Industriedesigner von Soest erkundigte sich was mit dem Abrissmaterial geschehen würde und machte sich gleichzeitig Gedanken wie man dieses möglichst nutzbringend an anderer Stelle wieder einsetzen könnte.

Anfragen aus aller Welt

Mit dem von ihm entwickelten Verfahren kann er das scheinbar Nutzlose, wie alte Waschbecken und Toiletten, zu Baumaterial wie Ziegel umwandeln. Der Vorteil: Bei deren Produktion wird rund 25 Prozent weniger Energie verbraucht als es in der traditionellen Herstellung der Fall wäre. Ein unabhängiges Institut sei gerade dabei die genaue Einsparung zu berechnen, sagen die Gründer.

Der Erfolg gibt ihrer Idee jedenfalls schon jetzt Recht. Nicht nur in den Niederlanden entstehen die ersten Häuser, Wohnungen und Geschäfte, in denen die außergewöhnlichen Ziegel verarbeitet werden, sondern auch in Luxemburg, Großbritannien und Belgien. Auch außerhalb Europas wächst das Interesse. Anfragen haben Tom van Soest und Ward Massa bereits von Innenarchitekten aus Manhattan, Brooklyn, San Francisco und Beverly Hills bekommen, die mit den Ziegeln vor allem Innenwände, Bars und Kassenbereiche gestalten wollen.