Die Gründer des Hype-Start-ups Movinga müssen die Geschäftsführung abgeben. Ein Viertel der Mitarbeiter werden entlassen, Auslandsmärkte geschlossen. Und selbst um den vermeintlichen WHU-Abschluss gibt es nun Ärger.

Kaum ein Start-up war im vergangenen Jahr so rasant gewachsen wie Movinga. Auf fast 500 Mitarbeiter wuchsen die Umzugsvermittler heran, sammelten 35 Millionen Wagniskapital von Index oder Rockets Global Founders Capital und wollten ihr Modell rasant auf weitere Märkte ausdehnen. Die Beneluxländer und Skandinavien standen schon länger auf dem Plan und die Ambitionen reichten längst über Europa hinaus. „Die USA haben wir in der Pipeline“, hatte Gründer Bastian Knutzen noch zu Jahresbeginn der WirtschaftsWoche gesagt.

Doch damit wird es erst einmal nichts. Nicht für Movinga. Und erst recht nicht unter der Führung von Knutzen. Denn er und Mitgründer Chris Maslowski geben die Geschäftsführung ab. Der Schritt geschah offenbar auch auf Druck der Investoren, denn allein 25 Millionen Dollar Kapital aus dem Januar, die bis Jahresende reichen sollten, wurden laut einem Bericht des „Handelsblatt“ „in fünf Monaten fast komplett verbrannt“. Die lange angekündigte Expansion nach Benelux und Skandinavien zeigte trotzdem keine Ergebnisse. Zudem war im Mai bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Grund: Movinga soll eine EU-Lizenz zum grenzüberschreitenden Warenverkehr gefälscht haben.

Movinga entlässt 150 Mitarbeiter und macht Auslandsmärkte dicht

Das hat Folgen für das Unternehmen: Rund 150 Mitarbeiter werden entlassen, die Geschäfte in Großbritannien und Italien eingestellt. Die Unternehmensleitung übernehmen nun Finn Hänsel, der bereits Geschäftsführer war, und Christoph Müller-Guntrum. „Wir haben einige Herausforderungen unterschätzt“, schrieb Knutzen in einer Mail an die Mitarbeiter. „Der größte Fehler war es, zu schnell zu wachsen.“

Und die Geschichte von den Vorzeigegründern, die mit Anfang Zwanzig nach der Uni aus ihrer Idee eines studentischen Möbeltransports eine globale Umzugsplattform machten, bekommt noch einen weiteren Kratzer. Denn Knutzen und Maslowski haben an der WHU studiert, das Studium an der bekannten Gründer-Schmiede aber offenbar nicht abgeschlossen. Das ist prinzipiell nicht wild, viele andere erfolgreiche Unternehmensgründer sind schließlich auch Uni-Abbrecher. Doch beide wurden regelmäßig in Berichten als WHU-Absolventen bezeichnet und offenbar auch von der Hochschule selbst so geführt. Erst als das „Manager Magazin“ nun in der Sache anfragte, wurde der entsprechende Eintrag auf der Alumni-Website korrigiert.