Kreativ, erfinderisch, nah am Kunden: Wie eine Umfrage zeigt, sind Start-ups mit ihrer Imagepflege in Deutschland äußerst erfolgreich.

In der Öffentlichkeit punkten Start-ups als Kundenversteher. Sie stellen Konzerne mit ihrem agilen Image in den Schatten, ergibt eine Umfrage des Risikokapitalgebers E.ventures unter 1000 Bundesbürgern. Darin haben 85 Prozent der Befragten angegeben, dass sie Start-ups als Vorbilder für Konzerne sehen, wenn es um die Entwicklung und Vermarktung von digitalen Produkten geht. Wenn etablierte Großunternehmen weiter wachsen wollen, müssten sie kreativer werden und eine Start-up-Kultur etablieren, finden ebenso viele Umfrageteilnehmer.

Denn unnötige Hierarchien hindern Konzerne in der öffentlichen Wahrnehmung daran, neue Geschäftsfelder aufzubauen. Dagegen hätten Start-ups den direkteren Kundenkontakt und könnten dadurch eher einen echten Mehrwert bieten, so die Meinung von 68 Prozent der Befragten. In der Online-Umfrage wurden ihnen insgesamt fünf Aussagen vorgelegt.

Kluge Strategie in sozialen Netzwerken

„Digitalplayer sind extrem auf den Kunden konzentriert“, wird E.ventures-Partner Luis Hanemann in einer Pressemitteilung zitiert. „Sie beschäftigen sich intensiv mit den Wünschen der Kunden und bemühen sich, mit ihnen auf Augenhöhe zu sein.“ Das fortschrittliche und einfallsreiche Image der jungen Firmen erklärt Hanemann auch mit ihrer Social-Media-Strategie: Start-ups nutzten die neuen Kommunikationskanäle deutlich smarter und direkter als etablierte Unternehmen. Außerdem zeichne es viele junge Firmen aus, dass sie Big-Data-Prozesse gekonnt analysierten und daraus die richtigen Rückschlüsse für ihre Strategie zögen.

Der Hamburger Frühphasen-Investor E.ventures steckt bevorzugt Geld in Internet-Unternehmen. Zu seinen bekannten Investments gehören beispielsweise das Gutscheinportal Groupon und Lautsprecherhersteller Sonos. Einer der Start-up-Finanziers ist Christian Miele, Ururenkel des Gründers des Haushaltsgeräteherstellers Miele.