Die Carsharing-Plattform kommt nach Deutschland – und übernimmt ein Daimler-Portal. Der Markt für das Ausleihen von Privatautos bleibt trotzdem hart umkämpft.

Aus Croove mach‘ Turo: Die amerikanische Plattform Turo, die die Vermietung von Autos zwischen Privatpersonen vermittelt, übernimmt den deutschen Anbieter Croove. Diese Integration ermögliche „einen sofortigen Einstieg in den deutschen Markt und eine größere Präsenz in Europa“, sagt Andre Haddad, CEO von Turo, gegenüber WirtschaftsWoche Gründer.

Eine enge Kooperation oder gar eine Integration der beiden Anbieter war bereits im vergangenen September angekündigt worden: Croove gehört seit einiger Zeit zum Autokonzern Daimler, bei Turo sind die Stuttgarter seit einer umfangreichen Finanzierungsrunde im vergangenen Herbst mit an Bord – Teil des Investments war eben Croove. „Menschen wünschen sich einfachen Zugang zu Mobilität über das eigene Fahrzeug hinaus“, kommentiert Jörg Lamparter, der für alle Mobilitätsdienstleistungen bei der zuständigen Konzerntochter Daimler Financial Services verantwortlich ist.

Turo rühmt sich, der erste und größte Marktplatz für den direkten Austausch von Privatautos zu sein – in Deutschland sind jedoch bereits andere Anbieter aktiv. Im vergangenen August erwarb etwa der niederländische Anbieter Snappcar das deutsche Start-up Tamycar und ist seitdem auch in Deutschland aktiv. Auch das aus Frankreich stammende Drivy wirbt hierzulande um Kunden, die ihr Auto teilen wollen. In der letzten Staffel des Gründercastings „Die Höhle der Löwen“ trat zudem Getaway an – konnte jedoch keinen TV-Investor überzeugen.

Analoger Schlüsselaustausch

Entscheidend wird für den Erfolg der Marktplätze sein, wie schnell man hierzulande eine ausreichende Zahl an Interessenten überzeugen kann. Auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer verweist man bei Turo vor allem auf das globale Netzwerk als klaren Vorteil gegenüber anderen Marktplätzen. Darüberhinaus will man eine andere Branche angreifen: „Wir sehen uns als Alternative zu traditionellen Autovermietungen“, sagt Haddad.

Dafür verzichtet man an einer Stelle auf etwas Digitalität: Die Ausleihe der Autos geschieht nicht etwa über eine App und einen nachgerüsteten Computer im Leihfahrzeug. Bei Turo müssen Besitzer und Mieter eine persönliche Übergabe vereinbaren. Man habe festgestellt, dass „Mieter verantwortungsbewusster mit Autos umgehen, die sie von Leuten mieten, die sie persönlich kennengelernt haben“, sagt Haddad.