Das britische Fintech sammelt 6,5 Millionen Euro ein. Damit soll auch der deutsche Markt erobert werden – auf dem ist bereits einiges an Konkurrenz unterwegs.

Das Zauberwort kommt kryptisch daher: PSD2 wird die europäische Zahlungsrichtlinie genannt, die vor einem halben Jahr in Kraft getreten ist. Vereinfacht gesagt, ermöglicht sie Unternehmen, direkte Schnittstellen zu Bankkonten ihrer Nutzer aufzubauen – und so einfachere Dienstleistungen rund um die Kontoführung einzuführen.

Mit einer Infrastruktur-Anwendung für solche Services will das britische Start-up Truelayer jetzt auch den deutschen Markt erschließen. Man erweitere die „kommerzielle und operative Präsenz, um deutsche Unternehmen und Anwendungen, die auf unser Plattform aufbauen, besser bedienen zu können“, sagt Mitgründer Francesco Simoneschi auf Anfrage von WirtschaftsWoche Gründer. Ob sich dahinter auch der Aufbau eines Standorts in Deutschland verbirgt, verrät das Start-up nicht.

Als kräftige Unterstützung für den Expansions-Plan bringt das Fintech ein frisches Investment von knapp 6,5 Millionen Euro mit. Die aktuelle Finanzierungsrunde wurde angeführt vom skandinavischen Risikokapitalgeber Northzone. Zu weiteren Gesellschaftern von Truelayer gehören unter anderem die Anthemis Group und Connect Ventures.

Plattform versus Einzelanwendungen

Im Heimatmarkt vermeldet Truelayer bereits Kooperationen mit der digitalen Bank Monzo oder der Auskunftei Clearscore. Das Ziel: Eine Plattform für einheitliche Schnittstellen zu bieten, über die Banken und Drittunternehmen sicher die Daten der Kunden austauschen können, die diesem Schritt zugestimmt haben.

Hier haben allerdings zuletzt schon einige Fintechs den direkten Weg gewählt und werben damit, ihre Angebote an die Schnittstellen der Banken andocken zu können. Dazu zählt etwa FinTechSystems, die eine Analyse von Kontobewegungen anbieten, oder das Zinsportal Deposit Solutions, das über seinen „Open Banking“-Ansatz mit Banken kooperiert. Truelayer startet trotz dieser Konkurrenz optimistisch in die Expansion: „Wir glauben, dass die Fragmentierung das größte zu lösende Problem sein wird, wenn wir wollen, dass PSD2 Auswirkungen auf die Verbraucher hat“, sagt Simoneschi.