Das spanische Start-up bekommt von Investoren 44 Millionen Dollar – und will nun mit einem Büro in Berlin die Expansion in Deutschland vorantreiben.

Mit einer Plattform für Geschäftsreifen startet Travelperk durch. Gegründet von Avi Meir und Javier Suarez im Jahr 2015, hat das Start-up mit Hauptsitz in Barcelona nach eigenen Angaben von Jahr zu Jahr seinen Umsatz versiebenfacht und bekannte Unternehmen wie den Fahrtenvermittler Uber oder den Geldtransfer-Dienstleister Transferwire als Kunden gewonnen. Mithilfe einer neuen Kapitalspritze will das Start-up nun seine Expansion fortsetzen – und nimmt dabei besonders den deutschen Markt ins Visier.

44 Millionen Dollar, also rund 38 Millionen Euro, kamen bei der aktuellen Series-C-Finanzierungsrunde zusammen, teilte Travelperk heute mit. Leadinvestor ist die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik. Unter den weiteren Geldgebern ist auch der Berliner Venture-Capital-Fonds Target Global, der im April die vorherige Finanzierungsrunde des Start-ups angeführt hatte. Insgesamt hat Travelperk seit der Gründung knapp 75 Millionen Dollar verbucht.

Kürzlich erst hat das Start-up eine deutschsprachige Plattform gestartet. Bis Ende des Jahres soll ein Büro in Berlin eröffnet werden. Deutschland sei der größte Markt für Geschäftsreisen in Europa, heißt es bei Travelperk. Unter den deutschen Kunden seien bereits neben anderen die Digitalbank N26, die Hotelkette Meininger und das Mobilitätsunternehmen Mytaxi.

Konkurrenz für Lanes & Planes

Die Expansionspläne dürften insbesondere in München aufmerksam verfolgt werden. Dort hat die B2B-Buchungsplattform Lanes & Planes, die im Mai ein siebenstelliges Investment erhalten hat, ihren Sitz. Die Idee gleicht sich: Beide Start-ups vereinen in ihren Plattformen die Buchung von Flügen, Bahnreisen und Hotels. Mitarbeiter der Kundenunternehmen können darüber ihre Geschäftsreisen selbst buchen – immer im Rahmen der jeweiligen Reiserichtlinien.

Der Markt gilt als attraktiv für Technologie-Start-ups – denn anders als im Privatleben ist das Buchen von Reisen im Firmenkontext oft noch umständlich. „Für international wachsende Unternehmen ist das Managen von Geschäftsreisen heute leider noch unnötig kompliziert“, sagt Travelperk-CEO Meir. Er wirbt damit, dass Unternehmen dank seiner Plattform über 20 Prozent der jährlichen Reisekosten einsparen können.

Das Wachstum des Start-ups schlägt sich auch in der Mitarbeiterzahl wider, die sich alleine im vergangenen Jahr verdreifacht hat. Auch aktuell sind viele Stellen ausgeschrieben. Der Firmensitz in Barcelona dürfte bei der Suche von Vorteil sein: Die katalanische Metropole hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Hochburg für Reise-Start-ups entwickelt – und war beispielsweise auch für die Gründer der Buchungsplattform Lodgify erste Wahl.