Das Berliner Start-up Tollabox ist pleite. Das ist nicht nur bitter für die Gründer, sondern auch für die Crowd, die das Projekt finanzierte.

Die Idee vom Bastelspaß im Abonnement ist gescheitert: Das Berliner Start-up Tollabox hat am Mittwoch Insolvenz angemeldet. Nicht nur für die Gründer ist das bitter – auch für die Crowd. Über die Plattform Seedmatch hatte Tollabox 600.000 Euro Startkapital eingenommen. Geld, das nun weg ist.

„Wir haben gekämpft wie die Löwen, das könnt ihr uns glauben“, schreibt das Tollabox-Team in seinem Blog. Eine rettende Finanzierungsrunde sei aber kurz vor Abschluss gescheitert. Die Geschäfte sollen mit Zustimmung des Insolvenzverwalters aber bis Ende April 2015 vorerst weitergeführt werden.

Zu kurze Abodauer

Die Idee hinter dem Start-up: Eine pädagogisch entwickelte Bastelkiste, die Eltern für ihre Kinder im Abonnement bestellen können und die dann drei Mal monatlich ausgeliefert wird. Das Problem: die „zu kurze Abodauer für die Tollabox“, heißt es im Blog des Start-ups. Die Eltern bestellten die Boxen nach 7,5 Monaten ab. Um schwarze Zahlen zu erreichen, hätten es mindestens elf Monate sein müssen, sagte Mitgründer Oliver Beste der Gründerszene.

Insgesamt hatte die Tollabox bei Seedmatch fast 600 Investoren gefunden, damit zählte das Projekt zu einer der erfolgreichsten Crowdfunding-Kampagnen in Deutschland. Allerdings schrieb Tollabox schon damals, dass die durchschnittliche Abonemmentdauer bei nur acht Monaten läge. Die Gründer gingen jedoch davon aus, dass dies durch „die Marketing-Lernkurve und durch Kundenbindungsmaßnahmen“ auf zwölf Monate und mehr steigern könne.

Damals warb Tollabox unter anderem damit, dass man seit dem Start bereits 120.000 Euro Nettoumsatz erzielt habe. „Damit haben wir bewiesen, dass sich die Tollabox erfolgreich verkaufen lässt“, heißt es dort.  Dieser Beweis ist nun widerlegt.