Zahlreiche Venture Capital-Unternehmen stecken sieben Millionen Euro in das Technologie-Unternehmen. Das bringt für ein Start-up schon reichlich Erfahrung mit.

Zur 20-Jahr-Feier im vergangenen Jahr kam die bayrische Staatsministerin Ilse Aigner zum Besuch in Ismaning bei München vorbei. Das Jubiläum zeigt: Richtig jung ist die Theva Dünnschichttechnik GmbH nicht mehr. Doch nach einer jahrelangen Entwicklungsphase stiegen 2012 erste Frühphasen-Investoren in den bereits 1996 gegründeten Betrieb ein.

Jetzt hat das Unternehmen die Schlagzahl erhöht: Nach einer Finanzierungsrunde über 6,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr tragen die Investoren aktuell noch einmal sieben Millionen Euro zusammen. Neben den bisherigen Geldgebern eCapital, Bayern Kapital, Target Partners und BayBG beteiligt sich die Venture-Capital-Gesellschaft des Energieversorgers EnBW an der insgesamt dritten Finanzierungsrunde von Theva.

Sie eint die großen Hoffnungen an die hochkomplexe Technologie, die Theva entwickelt und produziert: Supraleiter sind Materialien mit äußerst geringem Widerstand – Strom kann dadurch mit sehr geringen Verlusten transportiert und übertragen werden. Neben der Medizintechnik und der Fertigungsindustrie gehören auch zukunftsträchtige Branchen wie die E-Mobilität in den Fokus. „Die Technologie bietet großes Zukunftspotenzial mit einer nachhaltigen Lösung, die höchste Performanz mit geringem Materialeinsatz kombiniert“, erklärt Crispin Leick, Geschäftsführer der EnBW New Ventures. Der Einstieg bei Theva ist das vierte Investment des Energieversorgers – insgesamt stehen dem Fonds 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Das Geld der vergangenen Finanzierungsrunde sei vor allem dafür genutzt werden, die Kapazitäten für die Fertigung der Supraleiter auf einen 24-Stunden-Betrieb hochzufahren, teilt Theva mit. Jetzt will das Unternehmen mit aktuell 50 Mitarbeitern vor allem den Vertrieb stärken. „Wir sind in Deutschland der erste, der Supraleiter in Serie produziert“, sagt Theva-Geschäftsführer Werner Prusseit. „Und wir wollen auch bei der Marktdurchdringung die Nummer eins sein.” Dank der Investoren habe man dafür nun eine verlässliche Finanzgrundlage.