Das Mainzer Start-up hilft Studierenden bei der Recherche für ihre Abschlussarbeiten – und will Unternehmen beim Recruiting unterstützen. Jetzt soll es in neuen Strukturen weitergehen.

Was haben eigentlich andere Studierende zu meinem Thema geschrieben? Bei der Antwort auf diese Frage hilft das Start-up Thesius, das unter anderem eine digitale Recherche in Abschlussarbeiten ermöglicht. Jetzt wird das vier Jahre alte Unternehmen von einem Mittelständler übernommen: Der Personaldienstleister Persona Service mit Hauptsitz in Lüdenscheid übernimmt alle Anteile, wie WirtschaftsWoche Gründer erfuhr.

Das Portal mit aktuell etwa 40.000 registrierten Studenten soll für die Nutzer weiterhin kostenlos bleiben. Zu den Konditionen des Verkaufs selbst wollen beide Parteien sich nicht äußern. Als Investoren war an Thesius neben einigen privaten Geldgebern auch die Investitions- und Strukturbank Rheinland Pfalz beteiligt.

Der Jahresumsatz des Start-ups habe laut Mitgründer Michael Grupp im deutlich sechsstelligen Bereich gelegen, profitabel habe das Portal jedoch noch nicht gearbeitet. Man habe im vergangenen Jahr die Optionen einer weiteren Finanzierungsrunde, einer strategische Kooperation mit einem Fachverlag und den Verkauf gegeneinander abgewogen: „Am Ende hat uns drei Gründern die Option des Verkaufs am besten gefallen“, so Grupp gegenüber WirtschaftsWoche Gründer.

Ankommen im akademischen Bereich

Mit der Entscheidung für Persona Service ist Grupp zufrieden. „Mit Thesius wollten wir eine neue Art von Recruiting bauen“, sagt Grupp. Das Portal sollte mit umfangreichen Recherchemöglichkeiten in Abschlussarbeiten und der Vernetzung mit anderen Doktoranden die fachlichen Bedürfnisse befriedigen – und zugleich Unternehmen bei der Suche nach spezialisierten Fachkräften unterstützen. „Genau dieser Ansatz treibt auch Persona Service an“, sagt Grupp. „Nach vier intensiven Jahren Aufbauarbeit freut es mich zu sehen, dass das Geschaffene weiter und auf größerem Level fortgeführt wird.“

Der Personaldienstleister möchte mit dem Zukauf die eigenen Inhalte und die Reichweite im akademischen Bereich stärker ausbauen. Dazu hat Persona Service auch bereits die Online-Portale Jobify, Smart Hands und Studyheads übernommen.

Alle sechs Mitarbeiter wechseln mit zum neuen Inhaber, Mitgründer Dennis Albert wird sich beim Personaldienstleister auch mit um die Digitalisierung des Geschäfts kümmern. Jennifer Antomo wird sich stärker dem wissenschaftlichen Bereich widmen – und Grupp plant ein neues Start-up, dieses Mal näher an seiner juristischen Ausbildung. Die Gründungserfahrung mit Thesius sei lehrreich gewesen: „Das Portal war eine Idee, die anfangs auf viel Zustimmung stieß – aber es war auch wirklich eine harte Arbeit.“