3,5 Milliarden Euro, 275 Finanzierungsrunden: Die Investoren steckten im zweiten Quartal fleißig Geld in die europäische Start-up-Szene. Doch das Geld geht an einige wenige Größen, zeigt eine Analyse.

Dass sich die deutsche Start-up-Szene in Europa nicht verstecken muss, hat kürzlich erst das „Global Start-up Ecosystem Ranking“ gezeigt. Schon diese Studie verdeutlichte, dass gerade Berlin als Hub unter anderem wegen steigender Finanzierungsrunden einer der weltweit attraktivsten Standorte ist.

Eine Analyse des Portals „Tech.eu“ bestätigt nun zumindest den Eindruck, dass die Bundesrepublik in Sachen Geld mithalten kann. Die englischsprachige Onlineplattform hat Daten rund um die Finanzierungsrunden in Europa im zweiten Quartal gesammelt. Demnach steckten Risikokapitalgeber in 275 Runden zwischen April und Juni insgesamt 3,5 Milliarden Euro in europäische Tech-Start-ups. Die Unternehmen kamen aus 23 Ländern auf dem Kontinent.

In die Bundesrepublik gingen nach Angaben von „Tech.eu“ 494 Millionen Euro, damit entfallen 14 Prozent der Gesamtsumme auf die deutsche Start-up-Szene. Mit Home24 (138 Millionen Euro), Delivery Hero (110 Millionen Euro) und Foodpanda (100 Millionen Euro) schafften es zudem drei von Rocket Internet unterstützte Unternehmen unter die zehn größten Deals. Allerdings landet Deutschland insgesamt nur auf Platz vier hinter Großbritannien (993 Millionen Euro), Schweden (583 Millionen Euro) und Israel (541 Millionen Euro).

Viel Geld für wenig Unternehmen

Der Abstand zu England mag verwundern, doch „Tech.eu“ begründet den deutlichen Unterschied damit, dass in der Bundesrepublik vermutlich deutlich mehr Geld floss, über viele der Finanzierungsrunden aber keine genauen Angaben gemacht wurden. „Tech.eu“ bemerkt auch, dass Schweden vor allem wegen der großen Finanzierungsrunde für Spotify von rund 526 Millionen Euro so weit vorne landet. Andernfalls würden die Skandinavier auf Platz vier hinter Großbritannien, Israel und Deutschland rangieren.

Die große Finanzierungsrunde von Spotify zeigt auch ein Problem der europäischen Start-up-Szene: Zwar fließt viel Geld in junge Unternehmen, doch das meiste davon geht an wenige Größen. Die zehn größten Finanzierungsrunden haben im zweiten Quartal nach Angaben von „Tech.eu“ knapp 55 Prozent der gesamten Investitionssumme auf dem alten Kontinent ausgemacht.