Das Berliner Start-up sammelt mehr als 11 Millionen Euro ein – unter anderem von Investor Peter Thiel. Nun blickt Taxfix auch auf Steuersysteme anderer Länder.

Ein Foto mit dem Smartphone vom Lohnsteuerbescheid, etwa 70 Fragen zu den persönlichen Lebensbedingungen – und nach einer knappen halben Stunde zeigt die App an, welche Steuerrückzahlung der Nutzer vom Finanzamt zu erwarten hat. Mit diesem Versprechen tritt das Berliner Start-up Taxfix seit 2017 an.

Jetzt erhält es selbst eine üppige Vorauszahlung von Investoren: Risikokapitalgeber stecken umgerechnet 11,4 Millionen Euro in Taxfix. Angeführt wird die Runde von dem amerikanischen Investor Valar Ventures, der vom deutschstämmigen Paypal-Mitgründer Peter Thiel initiiert wurde. In Deutschland ist Valar Ventures unter anderem an der Smartphone-Bank N26 sowie dem Versicherungs-Start-up Coya beteiligt – zwei Start-ups, die bestehende Branchen mit mobilen und digitalen Geschäftsmodellen angreifen. Die bestehenden Geldgeber Creandum und Redalpine, die zum Start zwei Millionen Euro investiert hatten, ziehen ebenfalls mit.

Nach eigenen Angaben habe Taxfix an Spitzentagen bereits bis zu 800 Steuererklärungen an Finanzämter übermittelt – und so insgesamt den Nutzern Rückerstattungen in Millionenhöhe ermöglicht. Das Start-up selbst verdient nur im Erfolgsfall: Wenn das Finanzamt tatsächlich eine Summe von mindestens 50 Euro an den Steuerpflichtigen überweist, erhält Taxfix eine fixe Provision von knapp 35 Euro.

Vorarbeiten in andere Steuersysteme

Bislang kommt das Programm ausschließlich mit deutschen Steuererklärungen zurecht – und muss auch hier in einigen Sonderfällen noch passen. In Zukunft soll das Start-up jedoch auch in anderen Ländern Steuerpflichtigen helfen können. Man arbeite aktuell daran, „ein System zu bauen, das auf jedes Steuersystem anwendbar ist“, berichtet Taxfix-Gründer Mathis Büchi gegenüber WirtschaftsWoche Gründer.

Im Blick hat er dabei besonders das E-Filing-System. Darauf setzen nach seinen Angaben über 90 Länder, in die man theoretisch expandieren könnte – der Fokus sol jedoch auf Europa liegen. Im kommenden Jahr will das Start-up mit der Internationalisierung beginnen: „2019 wollen wir unsere App in ein bis zwei weiteren Märkten launchen“, so Büchi. Dieses Ziel teilt auch der neue Gesellschafter: „Wir sehen die steigende Nachfrage an digitalen Fintech-Produkten und -Dienstleistungen im europäischen Markt“, lässt sich Valar-Capital-Partner James Fitzgerald in einer Pressemitteilung zitieren.