Damit Talent Rocket auch im Ausland durchstarten kann, holt sich das Münchener Start-up einen neuen Investor an Bord. Gleichzeitig bauen die Gründer schon an einem zweiten Portal.

Karriereschub für die Gründer von Talent Rocket: Das Jobportal für Juristen hat frisches Kapital in Höhe von 1,2 Millionen Euro eingeworben, wie WirtschaftsWoche Gründer auf Anfrage erfuhr. Damit schließt die Firma eine 2017 angestoßene, zweite Finanzierungsrunde ab. Als neuer Lead-Investor steigt die BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft ein. Investiert sind außerdem mehrere Business Angels sowie die Münchener Investmentgesellschaft Tiburon.

Das 2014 gestartete Online-Portal aus München will sich als zentrale Karriereplattform für Juristen in Deutschland etablieren und richtet sich sowohl an Jura-Studenten als auch an Rechtsanwälte mit Berufserfahrung. Künftig soll die Plattform auch in Österreich und der Schweiz Jobs vermitteln. Die neue Finanzierung unterstützt die Firma mit 30 Mitarbeitern nun bei der Expansion.

Hoher Aufwand für Marketing

Dabei sei die zentrale Herausforderung, Juristen für die Plattform zu gewinnen, sagt Geschäftsführer Sebastian von Glahn zu WiWo Gründer. In den kommenden Monaten plane Talent Rocket daher eine umfangreiche Marketinginitiative, zunächst mit Fokus auf Kandidaten in Österreich. Erste Kanzleien seien dort bereits als Kunden unter Vertrag. Das Schweizer Portal soll dann mit etwas Verzögerung nachziehen. Bereits jetzt verstärke das Start-up sein Team am Vertriebsstandort Berlin und halte unter anderem Ausschau nach einer Führungskraft für die Schweiz.

Außerdem kündigen die Gründer bereits ein zweites Portal für eine „weitere hoch qualifizierte Berufsgruppe“ an. Wann genau die Plattform starten soll und um welchen Beruf sie sich dreht, hält das Führungsteam allerdings noch geheim. „Geschäftsmodell und Technologie sind ausgereift und erfolgreich. Es ist daher logisch und konsequent, das Konzept auch auf andere hoch qualifizierte und spezialisierte Berufsgruppen auszuweiten“, lässt sich BayBG-Investmentmanager Alexander Ullmann zum Einstieg in den Kreis der Geldgeber zitieren.

Fokus auf schnelles Wachstum

Talent-Rocket-Geschäftsführer Sebastian von Glahn sieht mit der neuen Finanzierung einen wichtigen Schritt erreicht für die inzwischen Cash-Flow-positive Firma: „Das Investment kommt zu einer Zeit, in der wir extrem an Fahrt aufgenommen haben. Es wird für unsere Expansionspläne sehr wertvoll sein.“ Das Gründerteam hält laut von Glahn noch deutlich über 50 Prozent der Anteile. Erst im September vergangenen Jahres hat das Start-up den Düsseldorfer Konkurrenten Lawyered übernommen.

Nach Firmenangaben nutzen Talent Rocket monatlich 175.000 Personen. Das Start-up wirbt damit, einige große Kanzleien gelistet zu haben, darunter Freshfields und Linklaters aus London.