Das Start-up will mit der Job-Vermittlung von digitalen Spezialisten und Ingenieuren auch etablierte Headhunter angreifen. Geld dafür kommt von gut vernetzten Business Angels.

Vor einem knappen Jahr hat sich Taledo gegründet, heute arbeiten schon knapp 30 Mitarbeiter für das HR-Start-up: „Wir haben Kunden, Kandidaten und Umsätze“, sagt Melikshah Ünver, der das Unternehmen mit zwei Brüdern und einem Kollegen gegründet hat. Das geschah eher im Stillen, nun sucht das Start-up die Öffentlichkeit. Der Anlass: Taledo kann den Abschluss einer ersten Finanzierungsrunde bekannt geben – eine nicht weiter definierte siebenstellige Summe soll beim Wachstum im Jahr 2018 helfen.

Das Geld in der aktuellen Finanzierungsrunde stammt von einer ganzen Reihe an privaten Geldgeber – darunter sind nach Angaben des Start-ups etwa Manager aus der deutschen Digitalwirtschaft, Partner von Beratungsfirmen und Vorstände von Banken und Investmentfonds.

Das Start-up positioniert sich auf dem äußerst aktiven Markt der Tech-Unternehmen, die anderen Firmen bei der Suche nach Fach- und Führungskräften helfen wollen. Auf ihrer Plattform sollen hochqualifizierte Mitarbeiter mit Unternehmen zusammengebracht werden, die für die ausgeschriebenen Positionen zwischen 50.000 und 200.000 Euro Jahresgehalt zahlen wollen.

Damit tritt Taledo auch in Konkurrenz zu traditionellen Headhuntern, die insbesondere in der lukrativen Suche nach Spitzenkräften unterwegs sind. Auch andere Start-ups, die in hochpreisigen Arbeitsmärkten wie denen der Juristen oder (Digital-)Berater vermitteln wollen, haben sich im vergangenen Jahr in Position gebracht. „Vor den großen Headhuntern habe ich durchaus Respekt – die kennen sich aus“, sagt Ünver.

Geld erst im Erfolgsfall

Beim Geschäftsmodell richtet sich das Start-up nach den etablierten Mitbewerbern: Die erste Anbahnung der Kontakte ist bei Taledo für Bewerber und Firmen kostenlos – Geld von den einstellenden Unternehmen fließt nur, wenn ein Arbeitsvertrag zustande kommt. „Wir erhalten 20 Prozent des Jahreszielgehalts, wenn jemand eingestellt wird“, sagt Ünver, „das diszipliniert uns sehr stark“.

Für den Start nehmen die Personalvermittler mit Plattform insbesondere die Digitalwirtschaft und das Ingenieurwesen in den Fokus – Testimonials auf der Homepage berichten etwa von bereits erfolgten Vermittlungen an andere Start-ups wie Rockets Logistik-Börse Instafreight oder die Dating-App Lovoo. Nach eigenen Angaben seien bereits eine fünfstellige Zahl an Kandidaten und 300 Unternehmen registriert. Für den Anfang ist Ünver zufrieden – er strebt jedoch auf beiden Seiten eine Verzehnfachung der Zahlen an, auch wenn er sich nicht auf einen Zeitraum festlegen will.