Taiwan soll zu Asiens Silicon Valley werden. Vor allem im Hardware-Bereich ist das Land für Gründer eine Chance.

Wenn Lin Shiwei über die größten Unternehmen seines Landes spricht, schüttelt er den Kopf. „Sie haben es nicht verstanden“, sagt er und spricht dabei über Riesen wie Foxconn, die in China jedes Jahr Millionen von iPhones für Apple produzieren.

Die taiwanesische Wirtschaft lebt vor allem von Unternehmen, die sich auf die Fertigung elektronischer Geräte im Auftrag anderer Firmen konzentrieren. Das hat in den vergangenen Jahren ein hohes Wirtschaftswachstum gesichert, heißt aber auch: Es gibt nur wenig eigene Ideen im Land. Das will die taiwanesische Regierung ändern – und mehr Start-ups auf die Insel bringen.

Lin Shiwei ist der Gründer des Makerspaces Futureward, eine der größten offenen Werkstätte Asiens. Auf rund 1000 Quadratmetern können Gründer Ausstattung wie 3D-Drucker, Laser und Werkzeug für beispielsweise Textilien und Keramik nutzen. „Hier finden Gründer Arbeitsgeräte, zu denen sie normalerweise keinen Zugang haben“, erklärt er das Konzept. „Indem wir ihnen diese zur Verfügung stellen, können sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen und ihre Ideen ausprobieren.“

Ein geeigneter Ort fürs Entwickeln

Lin ist ein überzeugter Maker. Die Do-It-Yourself-Bewegung, die auch in Deutschland wächst, versucht Ideen mit einfachen technischen Hilfsmitteln umzusetzen – ohne viel Geld für eine teure Entwicklung. „Viele Techniken sind mittlerweile lizenzfrei online verfügbar“, sagt Lin. „Wir arbeiten miteinander und profitieren von den Kenntnissen der Anderen.“ Das sei auch der Grund, warum er Futureward im Mai 2015 eröffnet hat. Der Gentechniker wollte damals eine Idee entwickeln, fand aber weder einen geeigneten Platz für die Umsetzung, noch das notwendige Werkzeug.