Das Start-up aus dem Stuttgarter Raum arbeitet sich in einem heiß umkämpften Industriebereich vor. Family Offices sollen jetzt auch beim Ausbau in Asien helfen.

Antriebe, Achsen, Software: Das 2010 gegründete Start-up Synapticon liefert Produkte und Plattformen, mit denen Roboterhersteller ihre Maschinen verbessern sollen. Jetzt erhält das Unternehmen mit Sitz in Schönaich – unweit von Stuttgart – einen hohen einstelligen Millionenbetrag von Investoren.

Das Geld soll vor allem in den Ausbau des Teams und die weitere Forschung fließen. Aktuell beschäftigt Synapticon nach eigenen Angaben etwa 50 Mitarbeiter und ist bereits in Deutschland, Osteuropa, den USA und China vertreten. Insbesondere die Niederlassung in Shanghai soll künftig gestärkt werden – der Weltmarkt für Industrieroboter und Automatisierungstechnik entwickle sich vor allem in Asien rasant, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung.

So soll Deutschland zwar auf lange Sicht der zentrale Entwicklungsstandort bleiben, sagt Mitgründer Nikolai Ensslen. „In China ist unser Ziel, noch präsenter zu werden, um vom Potential dieses großen Marktes zu profitieren.“

Konkurrenz auf dem Cobot-Markt

Der Markt der sogenannten kollaborativen Roboter, die mit wechselnden Aufgaben eng mit menschlichen Mitarbeitern zusammen arbeiten können, ist enorm. Aus Deutschland ringen einige Hardware- und Software-Start-ups um Marktanteile – häufig eben als Zulieferer für etablierte Roboterhersteller. Kurz vor Weihnachten vermeldete das Dresdner Start-up Wandelbot eine Sechs-Millionen-Finanzierung. Ihre Software soll den Cobots helfen, schneller neue Aufgaben zu adaptieren. Auch Micropsi Industries mit einem KI-basierten Ansatz konnte 2018 Investoren überzeugen.

Synapticon setzt ebenfalls auf einen engen Austausch mit der etablierten Industrie. Zum Beirat gehören unter anderem frühere Top-Manager von Schneider Electric oder Kuka. Neu als Investor dabei ist nun die private Vermögensverwaltung einer deutschen Unternehmerfamilie, die nicht genannt wird. Daneben erhöht die private Vermögensverwaltung 7-Industries ihre Einlage.

Zu den ersten Investoren im Jahr 2012 gehörten unter anderem die halbstaatlichen Förderinstrumente High-Tech Gründerfonds sowie der Seedfonds Baden-Württemberg. Vor knapp zwei Jahren folgte dann ein hoher einstelliger Millionenbetrag, bei dem neben 7-Industries auch ein nicht genanntes Industrieunternehmen als Gesellschaftern dazu stießen.