Das Dresdner Start-up Sunfire hat in einer aktuellen Finanzierungsrunde einen zweistelligen Millionenbetrag eingenommen. Mit dem Geld will es nun weiter wachsen.

Glaubt man dem gängigen Klischee, haben es Start-ups wie Sunfire eher schwer. Von einem Unternehmen, das keine simple E-Commerce-Plattform aufbaut, sondern mit einem selbst entwickelten Produkt den Kunden überzeugen will, lassen viele Investoren gewöhnlich eher die Finger. Geschäftsmodelle von Hardware-Start-ups sehen Geldgeber als nicht so gut skalierbar an, weil der Durchbruch meistens ein paar Jahre länger braucht.

Das Klischee der schwierigen Investorensuche trifft auf Sunfire nicht zu. Das Dresdner Start-up konnte nun diverse Investoren von seinem Geschäftsmodell und von seinem Produkt überzeugen und sammelte einen zweistelligen Millionenbetrag ein, wie das Unternehmen am Montag bekannt gab.

Die Kapitalrunde führen die Investmenttochter des tschechischen Energieversorger CEZ sowie mehrere Privatinvestoren an, die sich im sogenannten „Sunfire Entrepreneuers Club“ zusammengeschlossen haben. Auch die bisherigen Gesellschafter Total Energy Ventures und Electranova Capital investierten erneut. Die Gründer beteiligten sich nach Unternehmensangaben ebenfalls an der der Finanzierungsrunde.

Ein Start-up, das von der Energiewende profitieren will

„Das frische Kapital erlaubt uns, rasch und konsequent weiter zu wachsen“, lässt sich Carl Berninghausen, der Geschäftsführer von Sunfire, in einer Mitteilung zitieren. „Wir intensivieren die Marktentwicklung und beschleunigen die Industrialisierung unserer Produkte.“

Sunfire wurde 2010 von Berninghausen, Nils Aldag und Christian von Olshausen gegründet. Das Unternehmen spezialisiert sich darauf, Wasser und Kohlendioxid in Flüssigkraftstoffe sowie Gase umzuwandeln. Das Start-up hat eine sogenannte reversible Elektrolyse entwickelt, mit der sich zwischen Elektrolyse und Brennstoffzellen hin- und herschalten lässt. Dadurch soll erneuerbarer Wasserstoff erzeugt werden. Falls jedoch Strommangel im Netz herrscht, lässt sich der Wasserstoff durch die Kombination auch wieder in Energie zurückwandeln.

Das Start-up hofft, mit seiner Idee ein wichtiger Spieler in Zeiten der Energiewende zu werden. Das Unternehmen beschäftigt 70 Mitarbeiter. Zu den Kunden von Sunfire zählen unter anderem Boeing, Audi und Vaillant.