Im Rahmen einer Series-C-Finanzierungsrunde sammeln die Gründer von Sunfire 25 Millionen Euro ein. Lead-Investor ist das luxemburgische Technologie-Unternehmen Paul Wurth.

Frisches Geld für Sunfire: Der Entwickler und Hersteller von hocheffizienten Elektrolyseuren und Brennstoffzellen hat sich in einer Series-C-Finanzierungsrunde 25 Millionen Euro Venture Capital gesichert. Neuer Lead-Investor ist das 1870 gegründete Technologie-Unternehmen Paul Wurth, das Hochofen-Gesamtanlagen, Kokereien sowie Reststoffaufbereitungsanlagen für die Primärphase der Stahlerzeugung plant und baut. Die Luxmburger möchten die Partnerschaft  dazu nutzen in den wachsenden Markt für e-Fuels einzutreten.

Die bisherigen Sunfire-Investoren INVEN Capital, Idinvest Partners, Total Energy Ventures und der „Sunfire Entrepreneurs Club“, ein Zusammenschluss von Privatinvestoren,  haben sich an der neuerlichen Finanzierungsrunde beteiligt.

Neue Produktionsstätte geplant

Mit dem frischen Kapital strebt Sunfire die Umsetzung von Multi-Megawatt-Projekten an. Daher ist ein Teil des Geldes für die Erweiterung der Produktionskapazitäten vorgesehen. „Am Standort Dresden ist hierfür nicht mehr genügend Platz. Wir planen eine neue Produktionsstätte, möglicherweise in der Lausitz  als Region zwischen den beiden bisherigen Sunfire-Standorten Dresden und Neubrandenburg”, sagte ein Sprecher des Start-ups auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer. Wann es zur Kapazitätserweiterung komme, hänge von gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie der Umsetzung der angesprochenen Projekte ab. Auch die Einstellung neuer Mitarbeiter sei geplant.

Klimaneutrale Kraftstoffe und Gase

Sunfire wurde 2010 von den Betriebswirtschaftern Carl Berninghausen und Nils Aldag sowie dem Wirtschaftsingenieur Christian von Olshausen gegründet, und stellt klimaneutrale Kraftstoffe und Gase für Sektoren her, die heute kaum auf fossile Energieträger verzichten können, darunter Schwerlasttransport, Luftfahrt, Stahlproduktion oder Chemie. Dabei verwandelt das Start-up Grünstrom aus Sonne, Wind und Wasserkraft in einem chemischen Prozess in Stoffe, die Erdöl und Erdgas ersetzen und bei dessen Verbrennung kein zusätzliches CO2 entsteht.

Rund 60 Millionen Euro Investorengelder

In den vorangegangenen Finanzierungsrunden sammelte das Start-up rund 60 Millionen Euro Wagniskapital und Privatmittel ein, 2012 beteiligte sich Bilfinger Venture Capital an Sunfire, 2014 kamen Total Energy Ventures und Electranova Capital mit einem hohen, einstelligen Millionenbetrag dazu, 2015 folgten Inven Capital und ein Zusammenschluss von Privatinvestoren mit einem zweistelligem Millionenbetrag.

Eigenen Angaben nach beschäftigt das Unternehmen 130 Mitarbeiter. Zu seinen aktuell rund 25 Kunden zählen unter anderem Audi, Boeing, China Steel, ThyssenKrupp Marine Systems und die Salzgitter Flachstahl GmbH.