An Weihnachten geht für manche Gründer die Arbeit richtig los. Sie fahren den Großteil ihres Umsatzes mit dem Weihnachtsgeschäft ein.

Berlin im Dezember 2013. Guido Veth, gebürtiger Wiesbadener und Marketingexperte steckt mitten in den Weihnachtsvorbereitungen. Wie jedes Jahr ist seine Mutter zu Besuch und wie jedes Jahr macht sie ihren Sohn ein paar Tage vor Heiligabend darauf aufmerksam, dass etwas Wichtiges fehle: der Baum. „Ich musste also gezwungenermaßen aus dem Haus“, erinnert sich der 39-Jährige, „bei Nieselregen und nasskaltem Wetter.“ Auf dem Weihnachtsmarkt findet der genervte Guido Veth zwar den passenden Baum, doch der Transport zurück in die Wohnung entpuppt sich als die eigentliche Herausforderung.

„In der vollen U-Bahn stellte ich mir vor, wie schön es wäre, wenn man sich diese Strapaze sparen könnte.“ Noch während der Heimfahrt entsteht in seinem Kopf die Idee für einen Online-Bestell-Service von Weihnachtsbäumen.

2500 Tannen im ersten Winter

Im Jahr darauf geht sein Unternehmen „MeineTanne“ an den Markt. Guido Veth ist damit nicht der einzige, aber er sieht Potential in dem Geschäft. „Ich hatte den Eindruck, dass in diesem Segment noch Luft nach oben ist, schließlich werden jedes Jahr rund 23 Millionen Bäume verkauft, 60 Prozent aller deutschen Haushalte haben einen Baum.“

Und tatsächlich: 2500 Tannen verkauft er im ersten Winter, deutlich mehr seien es dieses Jahr – wie viel genau, möchte er nicht verraten. Zwischen 30 und 50 Euro liegen die Kosten für einen Baum, zuzüglich zehn Euro Versand. Den größten Erfolg erzielte er dieses Jahr mit dem „Großen Karl“, einer 170 Zentimeter hohen Nordmanntanne, die er, wie die beiden anderen Sorten auch, bei einem Weihnachtsbaumproduzenten in Schleswig-Holstein ordert. „Im Sommer gehe ich dort über die Felder und markiere die Bäume, die ich für meinen Shop haben möchte.“