Das Paderborner Start-up wird mit einer hohen sechsstelligen Summe finanziert. Mit dem Investment wollen die Gründer online wie offline wachsen.

Eine Kapitalspritze für die eigene Lernkurve: Das Paderborner Bildungs-Start-up Studyhelp erhält eine hohe sechsstellige Finanzierung. Das Geld ist das erste Investment des regional aktiven Technologiefonds Ostwestfalen-Lippe (OWL). Zudem beteiligen sich zwei Paderborner Unternehmen sowie Business Angels an der Finanzierung.

Das 2013 gegründete Start-up hat sich insbesondere auf Kurse und Kursmaterialien spezialisiert, mit denen Schüler intensiv an über 200 Standorten auf das Abitur vorbereitet werden. Mit dem neuen Kapital sollen mehr Lernhefte und Ratgeber erstellt werden – neben dem bisherigen Schwerpunkt Mathematik auch für Fächer wie Biologie, Deutsch und Englisch.

Neue Lernzentren in der Region

Zudem wolle man neben dem eigenen Lernzentrum in Paderborn noch in diesem Frühjahr vier weitere „Academys“ in NRW eröffnen, teilt das Start-up gegenüber WirtschaftsWoche Gründer mit. Interessant sei zudem auch der Markt in der Schweiz und Österreich – in Österreich habe man bereits an sieben Standorten Matura-Kurse angeboten und sei „freundlich begrüßt“ worden, so das Start-up.

Das Online-Angebot macht nach eigenen Angaben bislang nur einen kleinen Teil des Geschäfts aus, obwohl die Homepage aktuell etwa 400.000 Visits im Monat verbuche. Noch ergänzen die dortigen Angebote eher die Kurse, in Zukunft könnte sich das verlagern. Damit würden die Paderborner sich langsam, aber sicher auch in den Markt der offenen Bildungsangebote im Netz nähern – und damit großen Konkurrenten wie Coursera oder Udacity. „Die Abgrenzung zu den genannten Anbietern wird entsprechend sehr bald ein spannendes Thema für uns“, sagt Sprecher Hakan Housein gegenüber WirtschaftsWoche Gründer.

Der Technologiefonds OWL ist mit Studyhelp nun in die Investmentphase eingestiegen. Im vergangenen Herbst war der erste Fonds mit knapp über 13 Millionen Euro geschlossen worden. Eine Kombination aus „zielstrebigem Team und durchdachtem, innovativen Konzept“ habe den Fonds überzeugt, sagt dessen zuständiger Investment-Manager Stefan Bölte.

Zu den Geldgebern gehören die regionale Sparkasse, die staatliche NRW-Bank sowie der Elektronikspezialist Phoenix Contact, der auch über den High-Techs Gründerfonds in Start-ups investiert. Ebenfalls mit dabei und für das Management des Fonds zuständig ist der Risikokapitalgeber Enjoy Venture. Der Fonds will Einzelbeteiligungen mit maximal 1,5 Millionen Euro unterstützen.