Start-ups sind erfolgreicher, wenn sie in einer Stadt leben, die von vielen Direktflügen angesteuert wird. Das zeigt eine bemerkenswerte Untersuchung aus den USA.

In den Vereinigten Staaten haben Wissenschaftler eine bemerkenswerte Studie veröffentlicht. Die Untersuchung beleuchtet den Einfluss von Wagniskapitalgebern auf den Erfolg eines Start-ups. Dafür haben die Forscher einen ungewöhnlichen Parameter gemessen: Direktflüge in die Städte, in denen die jungen Unternehmen sitzen.

Die These der Autoren: „Wenn die Aktivitäten von Risikokapitalgebern einen Unterschied für ein Unternehmen machen, dann sollten sich geringere Kosten für das Beobachten eines Unternehmens in einer besseren Leistung niederschlagen, weil der Venture Capitalist sich stärker engagieren kann.“ Das Argument: Direktflüge kosten weniger Zeit, dadurch können die Investoren die Start-ups schneller besuchen und häufiger beraten. 90 Prozent der Geldgeber hatten in einer vorher abgeschlossenen Umfrage angegeben, dass sie ihre Portfoliounternehmen häufiger besuchen würden, wenn es Direktflüge zu deren Standorten gebe.

Um die Aussage zu überprüfen, schlossen sich die Wissenschaftler dreier Universitäten zusammen: die MIT Sloan School of Management, Stanford University’s Graduate School of Business und Dartmouth’s Tuck School of Business. Für ihre Untersuchung schauten sie sich an, ob neue Direktflüge zwischen zwei Städten zu einem höheren Engagement der Risikokapitalgeber führten.

Mehr Patente, mehr Exits

Als Datengrundlage nutzten sie die Datenbank von Venturexpert, die Finanzierungsrunden seit 1977 aufzeichnet und die Standorte von Investoren sowie den jeweiligen Start-ups kennt. Diese Daten verglichen sie mit den Patenten der Firmen, die bei Venturexpert gelistet sind. Gleichzeitig blickten sie auch auf die direkten Flugrouten, die zwischen 1997 und 2006 eingeführt wurden. Um mögliche Sondereffekte wie beispielsweise einen plötzlichen Wirtschaftsboom an einem Ort auszuschließen, verglichen sie ihre Ergebnisse mit verschiedenen Kontrollgruppen.

Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler 22 986 Start-ups, die von 3158 Wagniskapitalgebern Geld erhalten hatten. Den Daten zufolge saßen 40 Prozent der Portfoliounternehmen mehr als 500 Meilen entfernt von ihrem Hauptinvestor. Das waren etwa 9000 Start-ups, darunter auch deutsche.

Die Ergebnisse der Wissenschaftler belegen die ursprüngliche These: Wenn man es den Wagniskapitalgebern einfacher macht, zu ihren weit entfernt stationierten Portfoliounternehmen zu fliegen, sind diese erfolgreicher und innovativer. Die Chance, dass ein Unternehmen an die Börse geht, steigt demnach um ein Prozent; der erfolgreiche Exit wird um 1,4 Prozent wahrscheinlicher. Ein neuer Direktflug führt laut Studie zudem zu 3,1 Prozent mehr Patenten und 5,8 Prozent mehr Erwähnungen der Patente.

Was lernen wir daraus? Wer seine Chancen auf Erfolg erhöhen will, sollte sein Start-up nahe eines Flughafens stationieren. Die Chancen steigen zwar nur leicht, aber immerhin.