Eine neue Studie zeigt: Gründerinnen in der Digitalwirtschaft fühlen sich benachteiligt – vor allem bei der Vergabe von Krediten.

Gründerinnen in der Digitalwirtschaft hadern mit den Rahmenbedingungen in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine heute veröffentlichte Studie des Vodafone Instituts für Gesellschaft und Kommunikation in Kooperation mit dem Netzwerk “Women in Digital“. Für die Studie wurden etwa 130 Gründerinnen und Experten befragt.

Zwei Drittel der Frauen sind der Meinung, dass es weibliche Gründer nach wie vor schwerer haben als männliche. Als größte Hürden nennen 62 Prozent die Vergabe von Krediten, bei der sie sich durch Investoren gegenüber Männern benachteiligt fühlen sowie das Fehlen von Mentorinnen und weiblichen Vorbildern (58 Prozent).

Über 86 Prozent sehen ein Problem in der Selbstdarstellung der nach wie vor männer-dominierten Digitalbranche. Fast die Hälfte der Befragten gab sogar an, sich als Gründerin oft nicht ernst genommen zu fühlen.

Fehlende Zugänge zu Netzwerken

„Das gängige Klischee, dass es keine Frauen mit Tech-Kompetenzen gibt, ist veraltet”, sagt Alice Steinbrück, Autorin der Studie und Head of Social Business beim Vodafone Institut. “Um das vorhandene Potenzial zu wecken, muss sich die Herangehensweise von Medien, Politik und Kapitalgebern ändern. Zudem gilt es, die vorhandenen Potenziale zu wecken.”

Auch die befragten Gründerinnen selbst glauben nicht, dass es ihnen in erster Linie an IT-Kompetenz mangelt. Sie kritisieren vielmehr, dass vor allem Zugänge zu den bislang oft männer-dominierten Tech-Netzwerken fehlten.

93 Prozent wünschen sich darüber hinaus Unterstützung im Selbstmarketing. Das scheint dringend nötig: Immerhin 85 Prozent der Befragten nannten über die strukturellen Probleme hinaus fehlendes Selbstbewusstsein als eine besondere Hürde bei der Gründung.