Fintech-Start-ups haben im Vorjahr Rekordsummen eingesammelt – eine der größten Runden gab es dabei in Deutschland. Die Aussichten sind jedoch deutlich eingetrübt. 

Kaum ein Segment erlebte im vergangenen Jahr so einen Boom, wie Fintech-Start-ups. Neue Zahlen von KPMG und CB Insight belegen nun, wie stark die Investitionen in Start-ups aus dem Finanzbereich angestiegen sind: Demnach wurden 2015 weltweit 19,1 Milliarden Dollar in Fintech-Start-ups gesteckt – ein Zuwachs von 56 Prozent.

Insgesamt 1162 Deals wurden für die Studie analysiert, bei 63 davon betrug die Investitionsrunde mehr als 50 Millionen Dollar. Eine davon war aus Deutschland: Die 92-Millionen-Dollar-Runde von Kreditech. Insgesamt sammelten 21 deutsche Fintech-Start-ups 193 Millionen Dollar ein – im Vorjahr waren es noch 101 Millionen gewesen.

Mehr als ein Drittel aller Beteiligungen lagen in den USA, wo 7,6 Milliarden Dollar investiert wurden. In Europa waren es 1,5 Milliarden, das größte Wachstum gab es jedoch in Asien. Hier sammelten Start-ups 4,5 Milliarden Dollar ein – mehr als in den gesamten vier Jahren davor.

Ob die Rekordzahlen in diesem Jahr noch einmal übertroffen werden ist jedoch fraglich. Schon im 4. Quartal gab es einen deutlichen Rückgang bei Zahl und Summe der Deals: 1,7 Milliarden Dollar wurden in den letzten Monaten des Jahres investiert, im dritten Quartal waren es noch 4,7 Milliarden. „Der Rückgang im letzten Quartal deutet darauf hin, dass das Funding zunehmend schwieriger wird“, sagt KPMG-Partner Tim Dümichen. „Auch dürften Bewertungen etwas nach unten geschraubt werden, da sie sich inzwischen doch recht häufig von den zugrundeliegenden Fundamentaldaten entfernt haben.“