Anerkennung statt Neid: Das Ansehen von Selfmade-Unternehmern ist laut einer internationalen Befragung in Deutschland überdurchschnittlich hoch.

Ärzte, Polizisten, Lehrer: Wenn es um das soziale Ansehen geht, schneiden diese Berufe in Umfragen regelmäßig am besten ab. Doch welchen Ruf genießen eigentlich erfolgreiche Gründer? Dieser Frage ist ein internationales Forscherteam für den Global Entrepreneurship Monitor (GEM) nachgegangen – und hat dazu Bürger in 52 Ländern befragt. Beteiligt in Deutschland waren das RKW Kompetenzzentrumund die Leibniz Universität Hannover.

Das Ergebnis überrascht: Hierzulande sind 78 Prozent der Befragten der Meinung, dass erfolgreiche Gründer ein hohes Ansehen genießen. Damit liegt Deutschland im internationalen Ranking auf Platz acht – und im europaweiten Vergleich sogar auf Platz zwei. Die USA dagegen landen nur an zwölfter Stelle. Den besten Ruf weltweit haben Gründer laut der Studie in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

„Die Deutschen schätzen Selfmade-Unternehmer und das wird einmal mehr durch unsere aktuelle Analyse deutlich“, sagt Natalia Gorynia-Pfeffer, Projektleiterin des RKW Kompetenzzentrums. Nach Einschätzung der Forscherin ist das ein gutes Zeichen für den Gründerstandort. Denn ob man als Unternehmer Neid oder Anerkennung zu erwarten hat, könne durchaus ein Faktor bei der Entscheidung für oder gegen die Selbständigkeit sein.

Start-ups wollen oft die Welt verbessern

Die wichtigsten Motive, ein Start-up zu gründen, sind indes andere, wie eine Befragung für den Start-up-Report 2018 des Bitkom ergab. Demnach will zwar ein Teil reich (15 Prozent) und berühmt (drei Prozent) werden. Ganz oben steht aber der Wunsch, Ideen selbst umzusetzen, etwas Eigenes aufzubauen – und die Welt verbessern.

Dass es um das Klima für die Gründung innovativer Unternehmen in Deutschland aktuell nicht schlecht steht, legen auch Zahlen einer KfW-Analyse nahe. Demnach hat die Zahl der Start-up-Gründung zuletzt deutlich zugelegt – und das in einem Umfeld, das viele von der Selbständigkeit abhält: Die Konjunktur läuft noch ordentlich, viele Unternehmen suchen Fachkräfte und könnten wohl auch die Kompetenzen so mancher Gründer gut gebrauchen.