Immer weniger Menschen in Deutschland machen sich selbstständig. Bei den Start-ups jedoch sieht die Situation 2017 anders aus.

Die Wirtschaft brummt, die Arbeitslosenquote sinkt: Diese Entwicklungen sorgen dafür, dass die Lust, selbst ein Unternehmen zu gründen, weiter abnimmmt. Das zeigt jetzt eine vorläufige Auswertung der Gründungsstatistiken des Jahres 2017, den die staatliche Förderbank KfW gestern veröffentlicht hat (hier geht es zum PDF). 557.000 Menschen starteten im vergangenen Jahr im Haupt- oder Nebenberuf einen eigenen Betrieb – das bedeutet ein Minus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Gegen diesen Trend legte jedoch die Zahl derer zu, die aus einer Forschungs- oder Entwicklungsarbeit heraus gründeten, um eine technologische Innovation auf den Markt zu bringen – wichtiges Kriterium für die Definition von Start-ups. Nach einem Absturz im Jahr 2016 legte die Zahl dieser innovativen Gründer um stolze 31 Prozent zu. Insgesamt 76.000 neue Unternehmen wurden so aus der Taufe gehoben.

Quantität runter, Qualität hoch

Ein Plus von acht Prozent auf insgesamt 334.000 Gründungen verzeichnete die Statistik zudem für Neu-Unternehmer, die eine große Chance in einer bestimmten Geschäftsidee sehen und diese verwirklichen wollen. Laut Definition der KfW seien von diesen „ein besonderer volkswirtschaftlicher Beitrag zu erwarten“, weil sie aus Überzeugung und nicht aus einer wirtschaftlichen Notlage heraus gründete.  Bereits im Jahr 2016 hatte die KfW bilanziert, dass die Quantität der Gründungen sinke, die Qualität jedoch steige.

Dennoch warnte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner davor, dass die wirtschaftliche Entwicklung nicht unternehmerische Innovation ersticken dürfe: „Deutschland braucht Menschen, die aus ihren Ideen Unternehmen kreieren“, sagte Zeuner, „wir müssen alle Anstrengungen unternehmen – insbesondere angesichts der sehr guten Lage auf dem Arbeitsmarkt – diese bei ihrem mutigen Weg in die Selbständigkeit zu unterstützen.“