“Weltsparen.de” vermittelt im Internet ausländische Festgeldkonten, die mit höheren Zinsen locken. Das ist schwieriger als gedacht, doch nun gibt es endlich ein neues Angebot.

Die niedrigen Zinsen sind für Sparer ein Problem, insbesondere in Deutschland. Verantwortlich ist zwar die Europäische Zentralbank, doch hierzulande leiden Anleger besonders. Denn europaweit agierende Banken wie Unicredit oder Rabobank zahlen deutschen Kunden weniger Zinsen, als in Italien oder den Niederlanden. „Wir geben die höheren lokalen Zinssätze an unsere Kunden weiter“, sagt Tamaz Georgadze.

Dazu hat er gemeinsam mit seinen früheren McKinsey-Kollegen Frank Freund und Michael Stephan die Saving Global GmbH gegründet, auf ihrem Internetportal Weltsparen.de bieten sie nun Festgeldkonten im Ausland. Dort gibt es beispielsweise je nach Laufzeit 2,5 bis 3,3 Prozent bei der Fibank, dem größten unabhängigen Institut Bulgariens. Weltsparen vermittelt so vor allem Zugang zu Banken, die nicht wie beispielsweise die Bank of Scotland auch hierzulande um Kunden werben.

Bis zu 100.000 Euro seien die Anlagen geschützt. „Das Geld liegt immer auf Konten, die von der Einlagensicherung abgedeckt sind“, sagt Georgadze, „unsere GmbH hat zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf die Gelder“. Zur Abwicklung der Geldtransfers arbeitet das Start-up daher mit der Frankfurter MHB-Bank zusammen.

Portugiesische Bank bei Weltsparen hinzu gekommen

Der Fokus liegt auf EU-Ländern, zudem soll bald eine Bank in Norwegen hinzukommen. Dort gebe es zwar ein Wechselkursrisiko, andererseits könnten Kunden auch von steigen Kursen profitieren, viele würden danach fragen um bei Festgeldanlagen die Währung zu diversifizieren. Die bulgarischen Konten laufen nur auf Euro – im Falle dass die Einlagensicherung greifen müsste würden Kunden ihr Geld allerdings in bulgarischen Lev erhalten, der derzeit an den Euro gekoppelt ist.

Angebote weitere Banken stellt Weltsparen schon seit einiger Zeit in Aussicht. Als zweites ist nun eine portugiesische Bank hinzugekommen, die zwei Prozent für zwölf Monate zahlt. Eigentlich sollte das Angebot zusammen mit zwei weiteren schon seit März verfügbar sein, doch die technische und regulatorische Umsetzung dauerte doch länger als erwartet.

Dabei kann es bei Georgadze eigentlich nicht schnell genug gehen: Mit zwölf Jahren machte er Abitur, studierte VWL und Jura und beendete seine Promotion als 18-jähriger.

Georgadze hofft, dass er sein Angebot nun schneller erweitern kann. In den nächsten Monaten sollen drei, vier weitere Banken hinzukommen. Verträge mit Instituten aus Italien und Norwegen gibt es bereits, Gespräche mit Banken aus Großbritannien und Polen stünden vor dem Abschluss. Auch Gespräche mit neuen und den bisherigen Investoren über eine neue Finanzierungsrunde laufen derzeit.