Zwei Startups, eine Idee: Barcoo und Checkitmobile bieten Software für Foto-Handys, mit der sich die Strichcodes auf Produktverpackungen lesen lassen, etwa im Supermarkt. Barcoo will die Nutzer mit Informationen versorgen – zum Beispiel mit Testberichten, Ökoinformationen und Nutzerbeiträgen. Woabi von Checkitmobile bietet Preisvergleiche und die passenden Alternativ-Angebote an.

Lange arbeiteten die beiden Unternehmen alleine vor sich hin, obwohl sie nur 200 Meter voneinander entfernt lagen. Jetzt kauft Checkitmobile den Konkurrenten, die Gründer schließen zusammen. Im Gründerraum-Interview erklärt Geschäftsführer und barcoo-Gründer Benjamin Thym, was er sich davon verspricht.

Benjamin Thym

Benjamin Thym

Der Barcoo-Gründer arbeitete nach seinem Studium der Wirtschaftsinformatik als Unternehmensberater. 2007 zog er nach Berlin, wo er als Geschäftsführer von Barcoo bisher für Produktentwicklung und Support zuständig war. Bei Checkitmobile wird er neben Tarik Tokic Geschäftsführer und kümmert sich um Marketing und Vertrieb.
(Foto: Barcoo)

Gründerraum: Eine Übernahme unter Startups – das gibt es eher selten. Warum lassen Sie sich kaufen, Herr Thym?
Benjamin Thym: Weil wir uns gut ergänzen: Der Dienst von Barcoo liefert den Kunden Produktinformationen, wenn diese mit ihrem Handy die Strichcodes von Produkten einscannt, die Checkitmobile-Software „woabi“, kurz für woanders billiger, bietet außerdem Shoppingangebote. Und wir haben erkannt, dass wir noch schlagkräftiger werden, wenn wir unsere Kräfte bündeln.

Welche Vorteile versprechen Sie sich konkret?
Zum einen können wir die Datenbanken, die jeder der beiden Dienste benötigt, zusammenschließen und so ausbauen. Zum anderen haben wir jetzt keine direkten Konkurrenten mehr, sondern zusammen genommen allein im Oktober mehr als 50.000 Downloads. Der Deal wurde auch von unserem Investor begleitet, der zugleich im Rahmen einer zweiten Finanzierungsrunde seinen Anteil an der Firma weiter erhöhte.

Wer ist denn der Kapitalgeber und wieviel Geld hat er investiert?
Das können wir leider nicht verraten. Nur so viel: Ein Verlag hat in uns investiert. Mit dem Geld wollen wir unsere Dienste weiter ausbauen und in den nächsten Wochen nach woabi auch barcoo auf dem iPhone verfügbar machen. Wir glauben, dass damit unsere Nutzerzahl weiter rasant steigen wird.

Als Gründer von Barcoo haben Sie zwei Jahre nach der Gründung so schon den ersten Exit hinter sich. Hat sich das finanziell gelohnt?
Natürlich, sonst hätten meine beiden Mitgründer, Tobias Bräuer und Martin Scheerer, und ich diesen Schritt nicht gewagt. Allerdings besteht die Gegenleistung im Wesentlichen in einem Anteil an der so noch attraktiver gewordenen Checkitmobile GmbH.

Bleiben Sie und Ihre Mitgründer dem Unternehmen erhalten?
Thym: Ja. Wir sind auch schon umgezogen: Die Büros von Checkitmobile lagen nur 200 Meter von unseren entfernt.

Vielen Dank für das Gespräch!