Tech-Unternehmen setzen voll auf Künstliche Intelligenz und Datenanalysen, um ihr Geschäft voranzubringen. Der Bitkom regt daher jetzt Kooperationen mit skeptischeren Traditionsunternehmen an.

Nicht ohne meine KI: 43 Prozent der deutschen Start-ups setzen nach eigenen Angaben heute bereits Künstliche Intelligenz in ihrem Unternehmen ein, weitere 33 Prozent planen den Einsatz der Technologie aktuell. Damit liegen die jungen Tech-Firmen deutlich über dem Schnitt der etablierten Firmen mit mindestens 20 Mitarbeitern. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 302 Start-ups und 604 größeren Firmen.

Auch bei Datenanalysen sind Start-ups eifriger dabei: Bereits 60 Prozent der jungen Firmen nutzen Technologie, um große Mengen an Informationen zu verarbeiten und zu strukturieren, 25 weitere Prozent planen den Einsatz. In Mittelstand und Konzernen nutzen 28 Prozent der mittelständischen Unternehmen und Konzerne bereits Datenanalysen und ein ähnlich hoher Prozentsatz plant ein solches Vorgehen.

Vor einigen Monaten hatte eine andere Studie scharf die deutsche Wirtschaft und Politik attackiert: Gerade in Schlüsselbranchen wie Automotive oder Energie spiele Künstliche Intelligenz kaum eine Rolle, so die Autoren der Beratung Roland Berger und des Risikokapitalgebers Asgard. Sie nahmen zuvorderst die Politik in die Pflicht und forderten eine europäische Strategie für den Einsatz der vielseitigen Technologie.

Kooperationen als KI-Hilfe

Mit den ersten Ansätzen für eine KI-Strategie hat sich die Bundesregierung mittlerweile zumindest positioniert. Der Digitalverband lobt das grundsätzliche Bekenntnis der Politik, fordert jetzt jedoch rasche Handlungen: „Jetzt ist wichtig, dass es schnell geht, zügig Programme entwickelt und dann umgehend von der Politik in die Praxis umgesetzt werden“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Der Verband sieht aktuell daher vor allem Handlungsbedarf bei den etablierten Unternehmen selbst. Bei KI sind aktuell nur drei Prozent der Firmen aktiv – und nur weitere acht Prozent planen den Einsatz. „Revolutionäre Technologien wie KI einzusetzen, ist für viele etablierte Unternehmen nicht einfach. Oft stehen dem über Jahre und Jahrzehnte gewachsene Strukturen entgegen“, räumt Bitkom-Präsident Achim Berg ein.

Dennoch fordert er mehr Initiative – und schlägt verstärkte Kooperationen mit Start-ups vor, durch die Thema und Technologie langsam in die größeren Unternehmen getragen werden können: „Sie bringen innovative Technologien und neue Ideen mit – und können helfen, frischen Wind durch die Unternehmen zu blasen.“