Gerade junge Start-ups mit geringem Budget können vom „Influencer-Marketing“ profitieren. Kapten & Son, Hej Nutrition oder Justspices machen es vor.

Von Louisa Riepe

Ein Mädchen im weißen Sommerkleid, blauer Himmel, glänzendes Meer. Und mitten im Bild ein Müsliriegel: „Für mich gab es bei der Hitze als Snack einen leckeren #hejbite von #hejnutrition“, schreibt Vanessa alias Venezia Blum auf Instagram. Und fast 10.000 ihrer Follower klicken auf „Gefällt mir“.

So sieht für André Rieck, Marketingchef bei der Goodlife Company, günstige und effiziente Werbung aus. Das Hamburger Start-up betreibt einen Online-Shop für Fitnessnahrung und hat seit Januar 2016 unter dem Markennamen „Hej“ auch eigene Produkte im Programm: Eiweißpulver, Energieriegel, Müsli und eben auch den „Hejbite“, einen Nussriegel. Das Angebot soll aber nicht nur bei Extremsportlern ankommen, sondern ist „für jeden Sportler, jeden gesundheitsbewussten Menschen gedacht“, erklärt Rieck.

Günstiger als eine Zeitschriftenanzeige

Die Vermarktung läuft deshalb insbesondere über soziale Medien wie Instagram, erklärt Rieck. Das hat verschiedene Gründe: Zum einen sei die ausgemachte Zielgruppe unter 35 Jahren am besten über soziale Netzwerke zu erreichen. Außerdem ist es günstig. „Eine einzige Anzeige in einer Zeitschrift kann schnell 20.000 Euro kosten. Ein Account bei Instagram ist kostenlos“, erklärt Rieck.

Wenn besonders beliebte Blogger, sogenannte Influencer wie Vanezia Blum, Pamela Reif oder Florian Liebig für das Unternehmen werben, kostet das zwar auch für jeden Post. „Aber die Summen sind längst nicht so hoch wie in der konventionellen Werbung“, sagt Rieck. Außerdem würden die bezahlten Posts von den Nutzern ganz anderes wahrgenommen. „Es kommt mehr rüber wie die Empfehlung eines guten Freundes.“

Provision für jeden verkauften Riegel

Einer dieser guten Freunde ist Florian Liebig. Als „Flooorrriii“ postet er auf Instagram und seinem Blog über Sport, Ernährung und Lifestyle und erreicht damit mehr als 100.000 Abonnenten. Seine Kooperation mit der Goodlife Company kam eher zufällig zustande: „Ich war vor zwei, drei Jahren einer ihrer ersten Kunden“, erinnert sich der 31-Jährige. Später stellten ihm die Gründer ihre Produkte kostenlos zum Testen zur Verfügung. Das Urteil des Bloggers viel positiv aus: „Die Riegel schmecken mir, als Dessert, als süße Ergänzung.“

Wenn Liebig heute ein „Hej“-Produkt in seinen Posts erwähnt, wird er über eine Provision an jedem verkauften Riegel, jeder Tüte Müsli und jedem Kilo Eiweißpulver beteiligt. Spezielle Links und individuelle Gutscheincodes machen es nachvollziehbar, welche Nutzer direkt auf seine Posts reagieren und den Online-Shop aufsuchen. In der Regel sind das „Leute, die eine Affinität zu den Themen Fitness und Food haben“, sagt Liebig. Insofern könne Hej Nutrition mit ihm sehr zielgerichtete Werbung an eine bestimmte, potentielle Konsumentengruppe zu richten.