Der Umwelt Gutes tun mit Spaß und Stil. Kumpan Electric bietet nostalgische Elektroroller made in Rheinland-Pfalz.

Von Tobias Bayer

„Umweltfreundliches Fortbewegen, Spaß beim Fahren, keine Parkplatzprobleme und nicht nach Abgase stinken“. Das sind die Verkaufsargumente von Daniel Tykesson für einen Elektroroller. Tykesson ist Geschäftsführer des Start-up Kumpan Electric. Zusammen mit seinen Brüdern Patrik und Philipp gründete er 2010 die e-bility GmbH. Die Idee: Elektro-Roller mit Retrocharme.

Drei Modelle samt Zubehör sind heute im Angebot. Ein Tretroller für kurze Wege, zwei klassische Roller für längere Strecken. Alle Modelle können sich die Kunden in einem Online-Konfigurator zusammenstellen. Die Akkus reichen maximal für eine Strecke von 50 Kilometern, einer ist beim Kauf dabei. Maximal drei Akkus passen gleichzeitig in das Zweirad und erhöhen die Reichweite auf bis zu 150 Kilometer. Für den Strom wird etwa ein Euro pro 100 Kilometer fällig. Mit dieser Idee gewann das Start-up im Jahr 2011 auch den Gründerpreis der WirtschaftsWoche.

Seitdem hat das Brüdertrio die Zahlen gesteigert. 2015 betrug der Umsatz etwa 1,8 Millionen Euro, dieses Jahr erwarten die 2,4 Millionen Euro. Hat das Start-up von 2011 bis heute 2500 Roller verkauft, sollen es nächstes Jahr schon 3500 werden. Derzeit läuft die nächste Finanzierungsrunde – allerdings auf dem Crowdinvesting-Portal Companisto. Dort wollen die Brüder nicht nur frisches Kapital einsammeln, sondern auch noch mal für ihr Unternehmen werben.

Kumpan beschäftigt momentan 35 Mitarbeiter. Ausgelagert wird so wenig wie möglich. „Was wir gut können, das machen wir selbst“, sagt Tykesson. Dazu gehört auch die Produktentwicklung, die die Brüder zeitweise mal ausgelagert hatten. Das Start-up ist weiterhin im rheinland-pfälzischen Remagen ansässig, etwa 20 Kilometer von Bonn entfernt. Das hat praktische Gründe: Die Gründer konnten nach dem Studium wieder zuhause einziehen. Und auch die Internetverbindung ist inzwischen besser geworden.

Kumpan Electric ist inzwischen mit über 200 Servicepartnern und Händlern in den deutschsprachigen Ländern, den Benelux-Staaten und Kanada vertreten. Für die nächste Zeit sind Expansionen nach Südeuropa geplant. Mittelfristig hat sich das Start-up noch mehr vorgenommen: Die Eroberung des asiatischen Marktes.