Eine Technologie, die die Logistik völlig umkrempeln könnte, ist der 3D-Druck. Statt Produkte im Lager vorrätig zu halten und mit dem Lkw zum Kunden zu bringen, könnten die Teile auch während der Fahrt gedruckt werden, im Fahrzeug und ohne aufwändige und teure Lagerhaltung. 

Auf den 3D-Druck setzt deshalb 3YourMind. Das Berliner Start-up arbeitet mit DPD zusammen, um Schwung in das Thema on-demand Fertigung zu bringen. Sie wollen Produktion und Mobilität besser kombinieren und die Logistik so weiter digitalisieren.

Nur wenigeKooperationen zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen

Die Kooperation von 3YourMind und DPD zeigt: Damit die Digitalisierung der Logistik in Deutschland eine Erfolgsgeschichte wird, reicht es nicht, dass wir erfolgreiche Global Player, viele starke Mittelständler mit einem guten Draht zu ihren Kunden und innovative Start-ups haben. Wir müssen sie auch zusammenbringen, damit marktfähige Lösungen entstehen, mit denen Deutschland weltweiter Leitanbieter bleiben kann. 

Aktuell arbeiten aber 90 Prozent der deutschen Unternehmen im Bereich der Logistik überhaupt nicht mit Start-ups zusammen. Dabei gilt: Je kleiner das Unternehmen, desto weniger wahrscheinlich ist bislang der Kontakt mit Start-ups. Bei den Unternehmen mit 50 bis 499 Mitarbeitern arbeiten 97 Prozent nicht mit Start-ups zusammen, bei denen mit 500 oder mehr Mitarbeitern sind es mit 70 Prozent deutlich weniger.

Wer bestehen will, muss experimentierfreudig sein

Genau das soll sich jetzt mit dem Digital Hub Logistics ändern, Teil der bundesweiten de:hub-Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums. In Hamburg liegt der Schwerpunkt dabei auf maritimen Logistikketten und der City-Logistik, Anfang April wurde der Startschuss mit den ersten rund 30 Unternehmen gegeben, die künftig mitarbeiten. 

In Dortmund stehen Intralogistik und Internet of Things (IoT) für die Logistik im Mittelpunkt, hier soll es mit dem Hub noch vor dem Sommer losgehen. 

Allerdings können in Dortmund bereits heute interessierte Unternehmen verschiedene Technologien in der Praxis testen, zum Beispiel Drohnen in der Lagerhalle, Virtual-Reality-Anwendungen für die Logistik oder 3D-Druck. 

Sicher ist: Wer damit rechnet, dass Zukunftstechnologien wie Drohnen, selbstlernende Systeme oder Datenbrillen bereits in zehn Jahren die Logistik bestimmen, der muss bereits heute experimentieren.