Für Verspätungen zahlt die Deutsche Bahn, aber der Antrag ist schwierig und wird schnell vergessen. Mit seiner App will Michael Schmitz das verhindern.

Michael Schmitz reist oft mit dem Zug – und kommt mitunter zu spät. Zwar muss die Bahn 25 Prozent des Ticketpreises erstatten, wenn der Zug sich um mindestens 60 Minuten verspätet, von 120 Minuten an sind sogar 50 Prozent fällig. Doch um an das Geld zu kommen, müssen die Kunden erst einmal Formulare ausfüllen. Hier setzt Schmitz an. Seit Juni 2014 bietet der Programmierer seine App Zug-Erstattung an. „Ich hatte irgendwann keine Lust mehr, die Formulare per Hand auszufüllen. Darum habe ich eine Website entwickelt, um den Prozess einfacher zu gestalten,“ sagt er.

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Gewinn
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Wer den Service nutzen möchte, muss ein Foto der Fahrkarte oder die Buchungsbestätigung hochladen und Angaben zum Reiseverlauf notieren – um den Rest kümmert sich Schmitz. Bahnkunden können auch Taxi- und Hotelrechnungen einreichen, die wegen der Verspätungen angefallen sind.

Zahlt die Bahn, landet das Geld direkt beim Kunden. Schmitz kassiert vom Kunden je Antrag 99 Cent. Mit seinem Ein-Mann-Projekt verdient er bisher noch kein Geld, manchmal zahlt er sogar drauf, denn Papier und Porto sind teurer. „Erst mit 500 Anträgen am Tag wäre das Projekt wirklich profitabel“, sagt Schmitz, derzeit treffen pro Tag 10 bis 15 Anträge bei ihm ein. Noch vor dem Sommer will er die Marke von 10 000 Anträgen knacken.