Egal ob Bücher oder Elektronik – viele Menschen geben sich auch mit Gebrauchtwaren zufrieden, solange sie gut erhalten sind. Erst recht dann, wenn sie im Gegenzug etwas verkaufen können.

Von Julian Heck

Genau darauf setzt jetzt Swapper, ein neues Start-up aus dem hessischen Weiterstadt. Der 19-jährige Joel Monaco, Student der Wirtschaftswissenschaften, startet gemeinsam mit dem Wirtschaftsinformatiker Julius Kaden, 22, eine Online-Tauschbörse in Form einer App.

Das Prinzip von Swapper ist einfach erklärt: Ein Nutzer stellt ein Produkt ein, das er loswerden möchte, und gibt eine Preisspanne ein. Zudem gibt er an, wofür er sich interessiert. Das können grobe Kategorien wie Elektronik oder Bücher sein, aber auch spezielle Produkte wie ein iPhone 6s. Das Herzstück der App ist ein Algorithmus, der dem Nutzer auf Basis des eingestellten Produktes sowie der angegebenen Interessen andere Produkte vorschlägt.

Wie bei der Dating-App Tinder signalisiert er jetzt per Wisch nach links oder rechts sein Interesse beziehungsweise sein Nicht-Interesse. Ist etwas Interessantes dabei und der andere Nutzer ist ebenfalls am eigenen Produkt interessiert, öffnet sich ein Chat-Fenster und beide Nutzer können den Tausch abwickeln. Anhand von zuvor gemachten Einstellungen können Deals nur mit Nutzern im Umkreis abgeschlossen werden.

Befinden sich die Tauschpartner nicht in der Nähe, können sie die Produkte per DHL verschicken. Pro verschicktem Paket erhält Swapper eine Provision.

Das ist aber nicht die einzige Einnahmequelle. Die Kasse des Start-ups soll darüber hinaus mithilfe von Affiliate-Werbung für Amazon-Produkte klingen. Der dritte Baustein des Geschäftsmodells sind kostenpflichtige Zusatz-Optionen für die Nutzer. Dazu gehört etwas das sogenannte Super-Like. Kauft ein Nutzer dieses Feature für einige Cents, öffnet sich sofort ein Chat-Fenster, schon bevor auch der andere Nutzer sein Interesse signalisiert hat. Somit erhöht der Interessent seine Tauschchance.

Eine Herausforderung müssen die Gründer aber gleich zu Beginn meistern: Das Wisch-Prinzip auf Algorithmus-Basis funktioniert nur dann gut, wenn viele Nutzer registriert sind. Das Duo will deshalb in den kommenden Wochen unter anderem “Swapper Days” veranstalten. Die App startet offiziell am 19. November.